Britische Polizei klagt über Zunahme weiblicher Gewalt

11. August 2008, 12:05
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In den letzten drei Jahren stieg Delinquenten-Zahl bei Mädchen um 25 Prozent - Hilfsorganisationen sehen veränderte Polizeistrategien

London - Die Polizei in Großbritannien klagt über eine zunehmende Gewaltbereitschaft von Frauen. "Das ist ein neues Phänomen", sagte der Chef der Polizeivereinigung von England und Wales, Paul McKeever, am Samstag in der BBC. Außerdem schließen sich junge Frauen nach seinen Beobachtungen immer häufiger gewalttätigen Banden an. Hilfsorganisationen sehen einen Grund für den Anstieg allerdings auch in einem veränderten Verhalten der Polizei. So gingen die BeamtInnen häufiger als früher offiziell gegen gewalttätige Frauen vor, um ihre Vorgaben zu erfüllen. Früher seien Mädchen bei Raufereien in und außerhalb der Schule von der Polizei meist mit informellen Methoden behandelt worden, so Paul Cavadino, Chef der Hilfseinrichtung Necro.

Etwa 240 Frauen werden täglich wegen Gewalttaten in England und Wales festgenommen, wie aus den jüngsten Zahlen des Justizministeriums hervorgeht. Bei den Mädchen zwischen 10 und 17 Jahren stieg die Zahl der Verbrechen wie Körperverletzung, Raub oder Sachbeschädigung in den vergangenen drei Jahren um 25 Prozent auf knapp 60.000. Nach wie vor wird aber die überwiegende Mehrzahl an Gewaltdelikten von Buben und Männern verübt. Auch die Polizei in Schottland und Nordirland berichtet von dem Trend, dass immer mehr Mädchen gewalttätige Konflikte austragen. (APA/dpa)

 

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    Die britische Polizei ist beunruhigt darüber, dass die Zahl der Verbrechen bei weiblichen Jugendlichen in den letzten drei Jahren um 25 Prozent gestiegen ist.

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