Nachgefragt: Über russische Truppen, Pipelines und Flächenbrände

11. August 2008, 18:01

Warum die russische Reaktion so harsch ausfiel, Öl eine untergeordnete Rolle spielt, und ob sich der Konflikt ausweiten könnte - Sieben Antworten auf sieben Fragen

Warum reagiert Russland so scharf auf die georgische Militäroffensive in Südossetien?

Das Ende der Sowjetunion bedeutete für Russland den Verlust von einem Viertel seines Territoriums und einem Drittel seiner Rohstoffvorkommen. Um diesen politischen und wirtschaftlichen Machtverlust abzufedern, versucht Russland die Annäherung der ehemaligen Sowjetrepubliken an den Westen zu verhindern. Russland versucht durch eine Destabilisierung Georgiens eine weitere Annäherung an westliche Militär- und Wirtschaftsbündnisse zu unterbinden.


Russische Truppen unterwegs Richtung Abchasien

Das Kalkül dahinter: NATO und EU haben wohl kaum Interesse einen Staat als Mitglied aufzunehmen, an dessen Grenzen es immer wieder militärische Auseinandersetzungen gibt. Deswegen auch die Unterstützung für die nach Unabhängigkeit strebenden Regionen Südossetien und Abchasien. Russland empfindet Georgien als US-Vorposten an seiner Grenze. Eine weitere Annäherung Georgiens an den Westen würde einen Machtverlust Russlands in der Region bedeuten. Seit dem Machtantritt Schaakaschwilis in Georgien im Jahr 2003 hat sich die ohnehin angespannte Situation noch weiter zugespitzt.

Ausschlaggebend waren zwei Punkte im politischen Programm des neuen Präsidenten, erklärt Uwe Halbach von der in Berlin ansässigen Stiftung für Wissenschaft und Politik. Zum einen sei das die euroatlantische Neuorientierung der georgischen Außen- und Sicherheitspolitik gewesen, und zum zweiten hat Georgien die zügige Wiedervereinigung mit den abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien ganz nach oben auf die politische Agenda gerückt.

Sabine Freizer, die Direktorin der Brüsseler Zweigstelle der International Crisis Group, erkärt die russische Militärintervention folgendermaßen: "Russland argumentiert auch mit der Verteidigung seiner Staatsbürger. Südosseten und Abchasier haben russische Pässe und verstehen sich auch als Russen."

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Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 105
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Alexei Pavlov
31
16.3.2009, 16:58

"„Im Unterschied zum Kosovo macht die internationale Gemeinschaft keine Anstalten, die abtrünnigen Landesteile als eigenständig anzuerkennen“, sagt Halbach."????

Ein vollkommen idiotisches Argument: Auch China oder Russland erkannten das Kosovo nicht an.

Generell ist "die internationale Gemeinschaft" eine kuenstliche und entsprechend parteische Struktur.

Denker 8
12
komisch, dass ein gewisser lupenreiner ehemaliger KGB-Spitzel im Kreml den Kosovo seit August 2008 annerkannt hat, ist Ihnen aber sicherlich entgangen?

Alexei Pavlov
21

Ich kenne alle KGB-Spitzel im Kreml persoenlich, aber keinen, der das Kosovo anerkannt haette. Weder im August, noch davor, noch danach.

König2
54
12.8.2008, 16:40
die frage muss doch Lauten warum hat Georgie nden Krieg begonnen es wolte 1990 unabhängig werden und süd Osetien und abchasien wollen das selbe Recht nicht mehr und nicht weniger und warum dürfen die Kosovo albaner aber nicht die anderen ?? weil sie

USA sind ??

Letzt mal diesen Beitrag Sehr intersant :

http://ef-magazin.de/2008/08/1... daschlacht

Agressionschönrednerwiederspruch
24
19.12.2008, 14:22
Halt mal abchasische Einheiten haben im August Georgien angegriffen???

Und Ihre weitere Logik basiert auf der Grundlage, weil den Serben über mitgespielt wurde (wobei, war da nich mal was in Srebrenica), darf Russland jetzt Georgien sich weiterhin als Kolonie halten und besetzen, abtrennen, aushungern und Zivilisten vertreiben, wann immer es will?

Alexei Pavlov
31
16.3.2009, 17:02

"Georgien als Kolonie"???

Zu den SU-Zeiten lebten die Georgier durchsnittlich besser, als die Russen.

Seit wann leben die "Kolonien" besser, als die "Metropolie"?

Denken Sie, Nati-Betonkoepfe, uebehaupt, bevor Sie posten?

C R
03
13.8.2008, 11:27
ned bös sein, aber ef....

eine radikalliberale Zeitschrift.....
die Objektivität solcher Medien ist ja wohl eher gering einzuschätzen, da sie sich ja dezidiert einem bestimmten Weltbild und einer Linie zuordnen und bewußt tendiziöse Berichterstattung durchführen. Mit "unabhängigen" Journalismus (klar, den gibts so nicht, aber Medien wieder der Standard haben ihn zumindest in ihrem Leitbild) hat das gar nichts zu tun. Ich lese mir da lieber klar getrennt Kommentare und Berichte durch und bilde mir daraus meine eigene Meinung. Wenn ein Medium diese Unterscheidung nicht bewusst vornimmt (auch wenn dieser Idealzustand nicht immer erreichbar ist), dann ist es für mich als Nachrichtenquelle unbrauchbar. (Krone und Bild sind solche Beispiele im Massenmarkt)

Tier40
32
12.8.2008, 14:50
Russia today

Ich habe mir gestern eine Stunde im englischsprachigen Sender "Russia today" die Berichterstattung über den Konflikt in Südossetien angesehen.

Wenn nicht alles ein Potemkinsches Dorf war-was ich nicht glaube, so gab es erschütternde Berichte von ossetischen Flüchtilingen-offenbar ganz normalen und tief aufgewühlten Menschen und schlimme Bilder der Zerstörung von Zchinwali.

Die Kriegshandlungen der Georgier lassen sich da nur als Kriegsgräuel übelster Sorte bezeichnen, das im Bericht mehrfach erwähnte Wort vom Genozid an den Osseten scheint leider nicht ganz falsch.

Agressionschönrednerwiederspruch
44
19.12.2008, 14:28
joah nur wissenw ir alle, dass die Bilder getürkt waren, weil die Bevölkerung ja jetzt noch "evakuiert" in Nordossetien sitz und Ihr lieber Führer Koikoty jetzt sein Land als große Kaserne an Russland verkauf hat, da Georgien 2004 dummerweise nicht

bereit war die geforderten dreistelligen Millionenbeträge zu überweisen.

Die schlimmen Zerstörungen wissen wir ja inzwischen auch alle, stammen mehrheitlich von den Russischen Milizen und Soldaten, die geziehlt die Häuser der Georgischen Bevölkerung, die ja durch die weise Führung inzwischen eine Minderheit darstellt gesprengt und dann den Kamerateams als schlimme Schäden durch den Georgischen Angriff vorgeführt wurden.

stoned monkey
24
13.8.2008, 16:12
Propaganda

ja lesen Sie Russian Today und schauen Sie CNN. Dann werden Sie sicherlich genau wissen, was auf der Welt passiert. Gratulation!

Igor Gassner
31
12.8.2008, 11:12
Das stimmt und stimmt nicht

siehe Postings weiter unter.

Es gab reale Minerheitenkonflikte ausgelöst durch die Politik Stalins irgend einer Assr eine kleinere Assr anzuschließen oder Völker zu bestrafen oder zu belohnen. Dehalb gibt es folgende Konflikte:
Krim; Moldawien, Avchasien; Süd Ossetien; Tschtschenien (trennung von den Iguscheten) Berg Karabach; Migrelier ( in Georgien ) Enklave Aserbeijans an der iranischen Grenze, umsiedlung der Sibirischen Völker ( ähnlich den Indianern ) Künstliche Grenzziehung der molemischen Assr in Mittelrussland und das Schicksal der deutschen und jüdischen Minderheit alles ein Erbe Stalins und kein Produkt des heutigen Russlands.

der gerüchterstatter
 
20
12.8.2008, 13:56

grenzen sind per definitionem künstlich

alter Mann mit Hut
04
12.8.2008, 11:44

si8e haben höchstwahrscheinlich ganz recht, dass der ursprung dieser konflikte in die stalinzeit fällt. russlands schuld ist es aber, dass sie kein interesse an der lösung dieser konflikte hat, und das aus kalten kalkül auf dem kücken der menschen.

Martin vom Dach
11
12.8.2008, 09:02
Wäre interessant, ob irgend ein russischer Journalist schreiben würde, Vorarlberg gehört nur deshalb zu Österreich, weil Wien hier wirtschaftliche Interessen verfolgt.


Und wenn er's schreiben würde, ob das so falsch wäre?

Das Problem ist halt - man kann bei jedem Territorialkonflikt behaupten, dass es nur um wirtschaftliche Interessen gehe, und "die Menschen" keine Rolle spielen.
Besonders treffend wird so eine Analyse nie

LiliPutin
23
wiec war das nochmal mit Südtirol?

Wenn Russland im Kaukasus nicht uneingeschränkte Machtpolitik zelebrieren würde, wäre dieser Konflikt in den letzten 16 Jahren gelöst worden.
Aber die verlogenheit erkennt man ja schon daran, dass Süd-Ossetien, weil politisch opportun unabhängig werden soll, Nord-Ossetuien jedoch nicht ..... von Tscherkassien, Balkarien, Tschetschenien, Aserbadschan, Iguschetien, Dagestan, Armenien mal ganz zu schweigen.

Ach ja und dann wäre da noch dieser rechtfreie Raum Transnistrien oder die ständig Einmischung in die inneren Angelegenheit der Ukraine?

Noitulover
20
12.3.2009, 16:29
Aber die verlogenheit erkennt man ja schon daran

Sie wollen hier Unabhängigkeit an Länder verteilen, die keine haben wollen, oder sie schon seit UdSSR Zerfall haben.
Ach ja, schon gewusst dass zu inneren Angelegenheiten der Ukraine, der Traditionelle Gasdiebstahl gehört? Weniger Informationsmüll wenns geht.

Angelos Vater
60
12.8.2008, 08:21
Gut, dass der Standard weiß, dass es auch dieses Mal nur um kapitalistische neoconservative ausbeuterische wirtschaftliche großkapitalistische Trallalalablabla-Interessen geht


Wär ja auch nicht im Sinne seiner Leser, wenns nicht um den Welt-Klassen-Wirtschaftskampf sondern "nur" um einen ethnischen Konflikt ginge.

Weil merke: Ethnien sind gut und lieb zueinander.
Wenns kracht, dann sinds immer großkapitalistische globalisierungs undsoweiterundsofort ÖL Dingbums...


Kinderzeitung, echt wahr.

der gerüchterstatter
 
11
12.8.2008, 13:56

für ethnische konflikte braucht es immer einmal ethnische "führer", die eine ethnie als abgrenzung zu einer anderen ethnie definieren.

und jawohl: bei ethnischen konflikten geht es immer um macht. und macht fußt zu mindestenes 80% auf wirtschaftlicher macht.

und wenn sie nicht mit unglaublichen vorurteilen an diese anworten auf 6 fragen herangegangen werden, dann wäre ihnen aufgefallen, dass öl hier explizit nicht als der hauptgrund für das eingreifen russlands gesehen wird.

Michael Goldsteiner
00
12.8.2008, 15:18
Zwei Fragen:

Erstens warum solls für ethische Konflikte ethische Führer bedürfen?
Wer sind derzeit die Führer der islamisch orientierten Türken und jene der europäisch orientierten?
Wer waren eigentlich die Führer im Jugoslawienkrieg (bitte net Karadzic sagen, der hat net den Konflikt erfunden).
Wer sind die Führer der katholischen und evangelischen Nordiren?
Wer sind die baskischen Seperatistenführer und jene der spanientreuen?

Zweitens:
Wenns Führer brauchen?
- Putin
- Sakaschwilli
- die selbsternannten Präsidenten von Südossetien und Abchasien.

Wozu brauchens noch mehr?

C R
10
13.8.2008, 11:34
für irland...

Protestanten: Ian Paisley (DUP) und David Trimble (UUP), Gerry Adams (Sinn Fein - IRA)

Michael Goldsteiner
00
13.8.2008, 11:48
:-) ja und weiter?


Für Abchasien - der Präsident von Abchasien (russischer Name, bin jetzt zu Faul den zu googlen)

Für Südossetien - der von denen gewählte Präsident

Für (Rest-)Georgien Hr. Saakaschwilli

Für Russland Putin + Handpuppe Medwedew.


Zeitgenosse26
02
20.2.2009, 13:30
SOssetien hat keinen gewählten Präsidenten, sonder nur eine Mafia-Marionette vonMoskaus Gnaden, die 2004 schon beinahe SOssetien an Georgien verkauft hatte

C R
10
13.8.2008, 13:14
ich habe nur ihre Frage beantwortet

sonst nichts....

PjotrV
32
12.8.2008, 08:17
Abtreten!

"Kosovo ist unabhängig, Abchasien und Südossetien nicht."

Der Grund dafür steht ja auch im Text:

"Südosseten und Abchasier haben russische Pässe und verstehen sich auch als Russen."

Diese beiden Regionen müßten lediglich von Georgien an RU abgetreten werden. Warum an 2 Zipfeln festhalten, wenn es da ständig Zoff gibt?

Kurt Hoheneder
20
12.8.2008, 15:07
Weil es eine doppelte Fehlinformation ist, dass sich die Einwohner dort "als Russen" fühlen würden


1. Fehlinformation:
Die russische Föderation funktioniert nicht als ethisch einheitlicher Staat.

"Russen" sind vielleicht Moskauer oder Petersburger.
Schon an Wolga und Don werden Sie kaum mehr jemanden finden, der sich als "Russe" sieht.

Osseten sind schon per Selbstdefinition keine Russen.
Sie fühlen sich aber der orthodoxen Welt (im huntingtonschen Sinne) näher, als der westlichen Welt (die Saakaschwilli als seine Heimat sieht).


2. Fehlinformation
Wie immer in solchen Fällen gibt es halt nicht nur "die Einwohner", sonden dort verschiedene Leute mit verschiedenen Präferenzen.

Was wollen "die Nordiren" (Engländer oder Iren sein?)
Stehen "die Kärntner" zu Haider?
Sehen sich "die Oseten" als Russen?

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