Nobel Biocare macht deutlich weniger Gewinn

11. August 2008, 10:06
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Der Zahnimplantathersteller zeigt sich im zweiten Quartal belastet durch Vorlaufkosten für neues Produkt, den schwachen Dollar und Neueinstellungen

Zürich - Der Reingewinn des börsenotierten Schweizer Dentalimplantatherstellers Nobel Biocare ist im zweiten Quartal 2008 um 42 Prozent auf 24,3 Mio. Euro eingebrochen. Neben dem Umsatzrückgang um sechs Prozent auf 168,2 Mio. Euro belasteten nach Angaben vom Montag Vorlaufkosten für ein neues Produkt, der schwache Dollar und Neueinstellungen den Gewinn.

An der im April gesenkten Jahresprognose wird festgehalten. So solle in Lokalwährungen ein organisches Umsatzwachstum im tiefen einstelligen Prozentbereich und eine Betriebsgewinn-Marge auf dem Vorjahresniveau von 32,5 Prozent erwartet werden. Im zweiten Quartal lag die Betriebsgewinnmarge bei 26,1 Prozent.

Im mit einem Umsatzanteil von rund 30 Prozent wichtigen nordamerikanischen Markten scheine das Schlimmste vorbei zu sein, sagte Firmenchef Domenico Scala in einer Telefonkonferenz. Das Umsatzwachstum in Lokalwährungen habe sich im zweiten Quartal auf 3,7 Prozent beschleunigt. Zwar sei die Nachfrage nach größeren Zahnbehandlungen weiterhin verhalten, aber das neue Produkt NobelActive wie auch kostengünstigere Behandlungen verkauften sich gut. Mit einer Verstärkung des Managements und der Verkaufsmannschaften seien die organisatorischen Maßnahmen in Nordamerika abgeschlossen. Die kommenden Quartale sollten besser ausfallen, auch wenn Nobel noch ein wenig Marktanteile verlieren dürfte, sagte Scala.

Ergebnisverbesserung

Im größten Bereich Europa, Mittlerer Osten und Afrika hofft die Firma mit neuem Management in einzelnen Ländern auf eine schrittweise Ergebnisverbesserung in den kommenden Quartalen. Vor allem in Deutschland, der Schweiz und Österreich verlief die Umsatzentwicklung den Angaben zufolge zuletzt unbefriedigend. Mit einem aggressiven Marketing hatten die Schweizer Zahnärzte verärgert. Doch mittlerweile komme die "Wiederherstellung unserer Reputation" voran.

Nobels Hauptkonkurrent Straumann konnte im zweiten Quartal in den USA den Umsatz um ein Fünftel steigern und rechnet für das ganze Jahr mit einem Wachstum über dieser Marke.

An der Börse fiel die Nobel-Biocare-Aktie angesichts der deutlich verschlechterten Rentabilität im frühen Handel um sechs Prozent auf 34 Franken (20,9 Euro). Analysten hatten durchschnittlich mit einem Umsatz von 171 Mio. Euro und einem Gewinn von 40 Mio. Euro gerechnet. (APA/Reuters)

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