Über den Umgang mit Geld

10. August 2008, 19:12
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Vorbeugen statt heilen. Unter diesem Motto sollte auch die bedrohlich hohe Verschuldung vieler Privatpersonen und Familien diskutiert werden - Von Johanna Ruzicka

Vorbeugen statt heilen, heißt es in der Zahnheilkunde, und unter diesem Motto sollte auch die bedrohlich hohe Verschuldung vieler Privatpersonen und Familien diskutiert werden. Wenn die Zahlen von Armutskonferenz und Schuldenreport stimmen - und davon muss ausgegangen werden -, tickt da eine Zeitbombe, die durch die bisher erfolgreich abgewickelten Privatkonkurse nur teilweise entschärft wurde.

Ein fairer und erleichterter Umbau der Regelungen rund um Privatkonkurse ist da wichtiger Teil der Problemlösung - und trotzdem nur eine Seite der Medaille. Wichtig wäre es, schon viel früher und vehementer auf Schuldenspiralen hinzuweisen, in der Hoffnung, dass es nicht dazu kommt.

Da immer mehr junge Menschen mit Geld nicht verantwortungsbewusst umgehen können, ist hier das Bildungssystem gefragt. Etwa ein "Finanzführerschein", wie er in den Bundesländern Oberösterreich und Vorarlberg bereits angeboten wird und bei dem Augenmerk auf angeblich simple Dinge wie Zins- und Zinsesrechnung gelegt wird.

Natürlich ist es dann weiterhin nicht einfach, sich als Einzelner den mannigfachen Verführungen unserer Konsumgesellschaft zu entziehen. Natürlich haben Finanzinstitute, Versandhandel und Werbung ihr gerütteltes Maß an Mitschuld, wenn sie dem Konsumenten angeblich billige Kredite "nachwerfen". Und natürlich sind Wünsche häufig viel, viel größer, als die Geldbörse es zumeist zulässt. Aber mit der entsprechenden Schulung sollte es möglich sein, dass nicht so viele Menschen durch den extrem unangenehmen Entschuldungsprozess gehen müssen. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Printausgabe, 11.8.2008)

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