Skoceks Zeitlupe: Führender Kern und Volk

10. August 2008, 19:04
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Der zentrale olympische Wettbewerb um das Internet und die Zensur steht unentschieden

Der zentrale olympische Wettbewerb um das Internet und die Zensur steht unentschieden. Das IOC will den freien Zugang, das chinesische Organisationskomitee (BOCOG) auch. Nur einige Websites, "die die nationale Sicherheit und das gesunde Wachstum unserer jungen Menschen gefährden" bleiben nach den Worten von BOCOG-Generalsekretär Wang Wei zu. Online-Plattformen für Pornografie und Demokratie.

Schlechte Luft ist für alle offen. Sie gefährdet weder das "gesunde Wachstum unserer jungen Menschen" noch die nationale Sicherheit. Wie überall.

Den Kindern am Brenner oder der Pyhrnautobahn kann offenbar niemand helfen, die Brummis fahren schließlich im Interesse der Allgemeinheit. Doch die in Peking hustenden und schwitzenden Sportler könnten das IOC oder das BOCOG allerdings wegen Rücksichtslosigkeit klagen, falls sie (chronische!) Schäden davontragen. Im Februar wurden 22 Teilnehmer am Peking-Marathon in das Spital eingeliefert, zwei in kritischem Zustand.

Der äthiopische Langstreckenrekordler und Olympiasieger Heile Gebrselassie zog die Nennung für den Marathon zurück, weil er vor der Drecksluft Angst hatte.

IOC-Präsident Jacques Rogge hat Chinas Bemühungen um eine bessere Atmosphäre gelobt. Alle Sportbewerbe, die nicht länger als 60 Minuten dauern, seien völlig ungefährlich. Ob für die Ersten oder die Letzten, hat er nicht gesagt. Fußballspiele sind also offiziell lebensgefährlich? Da werden sich die Klubs, die Stars wie Messi ohnehin nicht abstellen wollten, aber freuen.

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