Wissen: Neuanfang für Pleitiers

10. August 2008, 18:15
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Seit 1995 gibt es die Möglichkeit des Konkurses für Privatpersonen, der im Juristendeutsch als "Schuldenregulierungsverfahren" (SRV) bezeichnet wird

Seit 1995 gibt es die Möglichkeit des Konkurses für Privatpersonen, der im Juristendeutsch als "Schuldenregulierungsverfahren" (SRV) bezeichnet wird. Ziel dabei ist es, Schuldnern eine realistische Chance auf einen wirtschaftlichen Neubeginn zu geben. In der Zeit der "Rückzahlung" (derzeit: sieben Jahre) soll eine "bescheidene, aber menschenwürdige" Lebensführung möglich sein, wie es im Schuldenreport 2008 heißt.

Im Rahmen eines Privatkonkurses kommt es in der Regel zu zwei verschiedenen Arten einer Entschuldung: Entweder wird ein Zahlungsplan ausgearbeitet, der der Einkommenslage des Verschuldeten entspricht. Die Gläubigermehrheit muss dem zustimmen. Die Schulden erlöschen mit Erfüllung der vereinbarten Quote.

Beim Abschöpfungsverfahren kommt es für die nächsten sieben Jahre zur Pfändung auf das Existenzminimum (Grundbetrag derzeit: 747 Euro). Die pfändbaren Beträge erhält ein Treuhänder, der sie an die Gläubiger verteilt. Nach sieben Jahren müssen mindestens zehn Prozent der Schulden an die Gläubiger zurückgezahlt sein.

Laut Schuldenreport 2008 kam es im Vorjahr zu 7388 Privatkonkurseröffnungen, 14,4 Prozent mehr als 2006. (ruz,  DER STANDARD, Printausgabe, 11.8.2008)

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