Bundeskriminalamt: Neue Qualität rechtsextremer Gewalt

10. August 2008, 16:21
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Zunehmende Gewaltbereitschaft - Mehr Brandstiftungen - "Schande für Deutschland"

Berlin - Nach den Neonazi-Krawallen am 1. Mai in Hamburg sieht das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) eine neue Qualität rechtsextremistischer Gewalt in Deutschland. "Der schwarze Block der Neonazis, die Autonomen Nationalisten, attackieren Linke und Polizisten mit einer Aggressivität, die man als Strategiewechsel bezeichnen kann", sagte BKA-Chef Jörg Ziercke dem Berliner "Tagesspiegel" laut Vorausmeldung. Früher hätten Neonazis bei Aufmärschen aus taktischen Gründen auf Gewalt verzichtet. "Das scheint nicht mehr zu gelten."

Brandstiftungen

Die Gesamtzahl der rechten Gewalttaten im ersten Halbjahr 2008 ist laut Ziercke ähnlich hoch wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der BKA-Präsident betonte, ein weiterer Anlass zur Besorgnis sei die Zunahme rechtsextremistisch motivierter Brandstiftungen. In den ersten fünf Monaten zählten die Polizeibehörden demnach bundesweit 15 Brandstiftungen. Das sind fünfmal soviel wie von Jänner bis Mai 2007. Ohnehin sei das, "was wir an rechtsextremer Gewalt erleben, eine Schande für Deutschland", wurde Ziercke zitiert.

In Hamburg gab dieses Jahr die schlimmsten Mai-Krawalle in der Stadt seit mehreren Jahren. Anhänger aus dem rechten und linken Spektrum lieferten sich dabei wüste Schlägereien. Nach Einschätzung der Polizei hätte es Tote gegeben, wenn sie nicht dazwischengegangen wäre. (APA/AP)

 

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    NPD-Aktivisten bei einem Aufmarsch in Jena

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