Olympia 08 mit Manipulation: Ein Einblick in die Technik hinter der Eröffnungsfeier

10. August 2008, 15:27
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Computertechnik half bei Feuerwerk nach - Kontrollsystem überwachte jeden einzelnen der 18.000 Artisten

Für die einen war es eine Machtdemonstration, für die anderen schlicht ein gigantischer Auftakt zu den Olympischen Sommerspielen 2008. Eines war die Eröffnungsfeier im Pekinger Stadion aber in jedem Fall: Eine menschliche und technische Meisterleistung.

Die Online-Ausgabe der China View hat nun einen Einblick in die beeindruckende Ingenieursleistung geben:

  • Die Bewegungsabläufe aller 18.000 Artisten wurden über ein Kontrollsystem verfolgt. Jeder der Akteure hatte dabei seinen eigenen Identifikationscode.
  • Die Feuerwerkskörper, die an 30 Standorten in Peking abgefeuert wurden, waren alle einem digitalen Zündsystem untergeordnet. Laut dem Verantwortlichen Pyrotechniker kam es bei den 40.000 Abschüssen zu keiner einzigen Fehlzündung.
  • Der LED-Bildschirm im Zentrum des Stadion-Feldes maß 147 x 22 Meter. 44.000 Leuchtdioden wurden laut China View hier im Abstand von 600 Millimetern angebracht.
  • Auch in den Kostümen der Artisten waren Leuchtdioden angebracht, um das multimediale Spektakel zu realisieren.

Nachgeholfen

Wie sich im Nachhinein herausstellte, wurde beim spektakulären Feuerwerk etwas nachgeholfen. Während der Fernsehübertragung waren 30 "Fußstapfen" zu sehen, die für kurze Zeit über Peking aufleuchteten. Wie ein Angestellter der Video-Produktionsfirma "Shui Jing Shi" gegenüber der Zeitung "Beijing Shibao"gestand, waren 29 der Feuerwerksfiguren ein Jahr zuvor aufgezeichnet und für die Live-Übertragung reingeschnitten worden. "Aber die meisten Zuschauer dachten, es sei echt - damit hat unsere Arbeit ihren Zweck erfüllt", zitiert der Spiegel Online den Angestellten. Mit Hilfe von Computertechnik wurden die Bilder dann an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Lediglich der letzte Fußstapfen war "echt".

Millionenprojekt

Das neugebaute Stadion selbst fasst 91.000 Zuschauer. Die auffällige Stahlkonstruktion hat ihm den Namen "Vogelnest" verliehen. Der Bau kostete umgerechnet 316 Millionen Euro. Nach Angaben der Stadion-Verwaltung wirkten 70.000 Arbeiter an der Eröffnungsfeier mit.  (zw)

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