Der Krieg in den Staatsmedien

10. August 2008, 14:26
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Propaganda auf beiden Seiten - Auch Journalisten verletzt

Moskau/Tiflis - Dramatische Musik, aufwühlende Bilder von Vertriebenen - der Konflikt zwischen Russland und Georgien spielt sich auch in den Medien ab. Der staatliche russische Fernsehsender Westi zeigte zwischen nachrichtlicher Berichterstattung über den Waffengang immer wieder bei getragener Musik auch Zusammenschnitte erschreckende Szenen aus Südossetien: Babys, weinende Mütter in den Ruinen zerbombter Häuser, Flüchtlinge.

Mit dem Vorwärtsrücken russischer Soldaten in Südossetien legte die Begleitmusik an Tempo zu: von trauermarschähnlichen Klängen am Samstag zu zügigeren Takten am Sonntag. Propaganda auch in Georgien: Hier waren russische Fernsehsender abgeschaltet und russischsprachige Internetverbindungen blockiert. Das georgische Staatsfernsehen zeigte am Samstag stundenlang nur Filme und erst später Bilder von Sitzungen des nationalen Sicherheitsrats.

Aus der umkämpften, von Georgien abtrünnigen Region Südossetien gab es in Tiflis so gut wie keine Informationen. Auf beiden Seiten wurden am Wochenende im Konfliktgebiet auch Journalisten verletzt, nach Medienberichten sogar zwei getötet worden. Alexander Klimschuk und Grigol Schichladse seien mit der georgischen Armee in die Konfliktzone gegangen, berichtete der russische Radiosender Echo Moskau am Sonntag unter Berufung auf einen Journalisten der russischen Ausgabe des US-Magazins "Newsweek".

Schichladse arbeitete demnach für "Newsweek". Klimschuk war nach Angaben der Nachrichtenagentur News Georgia als Fotograf für die russische ITAR-TASS tätig. Beide waren Georgier. (APA/dpa)

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