Russische Truppen dringen aus Abchasien nach Georgien ein

10. August 2008, 21:25
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Moskau bestätigt: Dutzende Panzer in Senaki, 40 Kilometer von der Grenze

Tiflis - Russische Truppen sind von der abtrünnigen Region Abchasien aus nach Georgien eingedrungen. Die Führung in Moskau bestätigte am Montag entsprechende Angaben des georgischen Innenministeriums. Nach offiziellen Angaben aus Tiflis drangen russische Truppen in die 40 Kilometer von Abchasien entfernte Stadt Senaki vor. Dutzende gepanzerte Fahrzeuge seien in der Stadt, die außerhalb einer Pufferzone an der Trennlinie zwischen Abchasien und Georgien liegt.

In Abchasien gilt seit Montag  der Kriegszustand. Der selbsternannte Präsident Abchasiens, Sergej Bagapsch, habe ein Dekret erlassen, wonach der Kriegszustand ab Mitternacht (22.00 Uhr MESZ) für zehn Tage gelten solle, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax am Sonntag. Der Erlass betreffe Territorien, die nahe bei Georgien liegen.

 Das georgische Innenministerium hatte von Angriffen auf die Kodori-Schlucht berichtet - dem einzigen Gebiet Abchasiens, das von Georgien kontrolliert wird. Die UNO zog aus Sicherheitsgründen 15 Vertreter ihrer Beobachtermission aus der Kodori-Schlucht ab.

Laut Interfax veranlasste Bagapsch, der Präsident der international nicht anerkannten Region Abchasien, zugleich eine Teilmobilmachung der abchasischen Streitkräfte. Er hatte bereits zuvor ein weiteres militärisches Vorgehen im von Georgien kontrollierten oberen Kodori-Tal in Abchasien angekündigt. Die georgischen Truppen würden aus dem Tal vertrieben, hatte Bagapsch angekündigt.

Georgien sammelt Truppen an der Grenze

 Georgien hat nach Angaben aus Abchasien mehr als 4000 Soldaten an der Gebietsgrenze zusammengezogen. Die georgischen Einheiten stünden am Inguri-Fluss, sagte ein Gesandter des abchasischen Führers, des international nicht anerkannten Sergej Bagapsch am Sonntag der Nachrichtenagentur Interfax. (Reuters/APA/dpa)

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