Voves: Große Koalition für die nächsten 5 bis 10 Jahre

10. August 2008, 08:39
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Steirischer Landeshauptmann: "Ich bin und bleibe Großkoalitionär" - Voves schließt keine der anderen Parteien als Partner aus

Wien - Der steirische Landeshauptmann Franz Voves spricht sich trotz des vorzeitigen Endes der Regierungszusammenarbeit mit der ÖVP für eine Neuauflage der Großen Koalition auf Bundesebene aus: "Ich bin und bleibe Großkoalitionär." Er sei der Meinung, dass die Kooperation der beiden großen Parteien für die nächsten fünf bis zehn Jahre die beste Alternative sei, erklärte Voves im APA-Interview. Letztlich werde aber der Wählerwille ausschlaggebend sein, wie man sich aufstellen könne.

"Weil ich bin einer, der nicht ausgrenzt.

Ob sich die SPÖ auch im Fall eines zweiten Platzes in eine Große Koalition begeben sollte, wollte Voves nicht kommentieren. Das seien zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur Spekulationen. Grundsätzlich betonte der Landeshauptmann, dass er persönlich keine Partei als Partner ausschließe: "Weil ich bin einer, der nicht ausgrenzt."

Dass sich der neue Parteichef Werner Faymann dazu entschlossen hat, keine Koalition mit der FPÖ einzugehen, nimmt Voves ungeachtet dessen zur Kenntnis. Offenbar habe Faymann mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache auf Wiener Ebene entsprechende Erfahrungen gemacht. Letztlich komme es immer auf die Personen an, ob eine Zusammenarbeit möglich sei. In der Steiermark beispielsweise hätte er mit dem ehemaligen FPÖ-Chef Leopold Schöggl keine Berührungsängste gehabt.

"Kanten und Profil"

Voves geht jedenfalls davon aus, dass es der SPÖ möglich sein sollte, als stärkste Partei aus der Wahl hervorzugehen. Die Reaktionen in der Steiermark auf Faymann seien fantastisch gewesen, berichtete der Landeshauptmann. Schließlich habe es auch noch nie einen Infrastrukturminister gegeben, der so viel für das Bundesland getan habe, so Voves unter anderem auf die Zusage zum Bau der Koralm-Bahn Bezug nehmend.

Vehement bestritten wird vom steirischen Landeshauptmann, dass mit Faymann ein Politiker ohne besondere Eigenschaften an die Spitze der SPÖ gekommen sei: "Er hat mehr Kanten und Profil, als man sich das vorstellt." Er habe auch daher ein sehr gutes Gefühl bezüglich Faymann, da der neue SPÖ-Chef bei allen Themen Vorschläge mache, die auch tatsächlich umsetzbar sein.

Gusenbauers-Ablöse war "unvermeidlich"

Dem scheidenden Kanzler Alfred Gusenbauer streute Voves insofern Rosen, als sein Abschied beim Parteitag und die Solidarität mit der Partei größten Respekt verdienten. Allerdings machte der Landeshauptmann auch klar, dass die Ablöse aus seiner Sicht unvermeidlich gewesen sei. Denn die negativen Stimmen von den Funktionären bildeten in Wahrheit nichts anderes ab als die unzufriedenen Kommentare aus der Bevölkerung.

Hinzu seien die Zweifel bezüglich des Durchsetzungsvermögens in der Regierung gekommen. So habe Gusenbauer ja mittlerweile selbst zugegeben, dass er die Frage der Studiengebühren unterschätzt habe. Dass es daher nun zum Wechsel an der Parteispitze komme, sei ein "Gesetz der Politik". (APA)

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