Weißer Ritter soll Conti retten

10. August 2008, 18:19
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Continental-Aufsichtsrat Wörle spricht sich jedoch für Übernahme durch Schaeffler aus

Berlin - Im Übernahmepoker um die Continental AG hat sich deren Aufsichtsrat Erwin Wörle für ein Zusammengehen mit der Schaeffler-Gruppe ausgesprochen. Die Geschäfte von Schaeffler und Conti ergänzten sich gut. "Ich gehe davon aus, dass der Einstieg von Schaeffler funktioniert", sagte Wörle dem Tagesspiegel am Sonntag.

Unterdessen will Conti-Chef Manfred Wennemer die Schaeffler-Gruppe mit Gegenofferten von Private-Equity-Gesellschaften unter Zugzwang setzen. Die Mutmaßungen über einen sogenannten weißen Ritter, der Conti-Aktien kauft und damit die Übernahme durch Schaeffler verhindern könnte, bezeichnete Wörle als "verkehrte Welt". Spekuliert wird über Finanzinvestoren wie KKR oder Apollo, "doch Private Equity als weißen Ritter - das mache ich nicht mit", erklärte Wörle.

Acht Banken sollen helfen

Zu den möglichen Investoren, mit denen Conti derzeit spricht, zählt auch ein ehemaliger Angreifer: Die Beteiligungsgesellschaft Bain Capital habe dem Autozulieferer 2006 vergeblich ein Übernahmeangebot gemacht, berichtete das Handelsblatt. Die acht Banken, die Conti inzwischen angeheuert hat, könnten dem weißen Ritter das notwendige Kapital geben, meint Dirk Classen von der Kölner Kanzlei Picot.

Das Angebot der Schaeffler-Gruppe von 70,12 Euro je Aktie für Conti wird am kommenden Mittwoch in einer außerordentlichen Conti-Aufsichtsratssitzung behandelt, schreibt die Automobilwoche. Die Angebotsfrist dafür ende am 27. August. Durch die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung könnte Conti diese Frist um vier bis zehn Wochen verlängern und würde Zeit für Abwehrmaßnahmen gewinnen.

Als Alternative zum Einstieg von Investoren erwägt der Autozulieferer, der Schaeffler-Gruppe die Übernahme mit einer Giftpille zu verleiden. Conti-Chef Manfred Wennemer wolle dem Aufsichtsrat am Mittwoch vorschlagen, für drei Milliarden Euro einen Konkurrenten aus der Zulieferbranche zu übernehmen, berichtete die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Dies würde den Schuldenberg des hannoverschen Unternehmens weiter erhöhen, so dass es für Schaeffler unattraktiver würde. (AFP, DER STANDARD, Printausgabe, 11.8.2008)

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