Abchasische Separatisten starten Offensive

10. August 2008, 08:39
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Angriffe auf georgische Stellungen - Russische Panzerfahrzeuge an georgischer Grenze, Schiffe der Schwarzmeerflotte vor der Küste

Tiflis/Moskau - Nach Südossetien spitzt sich auch in der zweiten abtrünnigen georgischen Region, Abchasien, die Lage zu. Die Streitkräfte des international nicht anerkannten Gebietes rückten im Landkreis Gali gegen georgische Stellungen vor, wie das abchasische Militär am Sonntag nach Angaben der Agentur Interfax mitteilte. Etwa 100 Kilometer nördlich von Gali griffen Kampfbomber weiterhin den von Georgien kontrollierten oberen Teil des Kodori-Tals an.

Ein Abkommen von 1994 schreibt eine waffenfreie Zone für die innergeorgische Grenzlinie vor. Ebenso wie im Konfliktgebiet Südossetien sind in Abchasien russische Friedenstruppen stationiert. Die abchasischen Machthaber betrachten das gesamte Kodori-Tal als ihr Territorium. "Wir haben die georgischen Truppen aufgefordert, das abchasische Territorium zu verlassen. Aber sie weigern sich", sagte ein abchasischer Militärsprecher in der Hauptstadt Suchumi.

UN-Beobachtermission abgezogen

Georgiens Präsident Michail Saakaschwili hatte 2006 nach einer Polizeiaktion im oberen Kodori-Tal eine georgische Verwaltung errichten lassen. Im oberen Kodori-Tal leben wenige tausend Menschen. Die UN-Beobachtermission UNOMIG hatte ihre dort stationierten Militärbeobachter am Samstag abgezogen.

Laut dem Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats Georgiens, Alexander Lomaja, trafen unterdessen Schiffe der russischen Schwarzmehrflotte vor der Küste Abchasiens ein. Russland ziehe zudem Panzerfahrzeuge an der Grenze zu Georgien zusammen.

In Zchinwali, der Haupstadt der abtrünnigen Provinz Südossetien, herrschte hingegen nach stundenlangem georgischen Beschuss am Morgen Ruhe, wie eine Sprecherin der südossetischen Regierung berichtete. (APA/dpa)

 

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