Faymann: Minderheitsregierung wäre "keine breite Basis"

8. August 2008, 22:59
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Schließt Koalition mit FPÖ und mit Haiders BZÖ aus - Frischgebackener SPÖ-Chef weist Kritik an Nähe zur "Krone" zurück

Wien - Der neu gekürte SPÖ-Obmann Werner Faymann schließt eine Koalition mit der FPÖ weiterhin kategorisch aus - und auch mit Jörg Haiders BZÖ. Das betonte er am Freitag in der "Zeit im Bild 2". An einer Minderheitsregierung, wie sie sich ÖVP-Chef Wilhelm Molterer kürzlich sehr wohl vorstellen könnte, fände Faymann keinen Gefallen, da sie "keine breite Basis" fürs Regieren seien: "Ich halte prinzipiell nicht viel von Minderheitsregierungen, weil sie von kurzer Dauer sind."

Die wiederholte Kritik an seinem Naheverhältnis zur "Kronen Zeitung" wies Faymann zurück. Aufgefordert, ein politisches Thema zu nennen, in dem er mit "Krone"-Chef Hans Dichand nicht übereinstimme, hielt er fest: "Ich definiere mich nicht gegen einen Herausgeber oder einen Chefredakteur oder eine Zeitung." Davon, dass die Berichterstattung der "Kronen Zeitung" überbordend freundlich ausfalle, will Faymann ebenfalls nichts wissen: "Das ist eine Übertreibung. Es gibt in vielen Zeitungen positive Artikel, das freut mich natürlich auch, ich will Sie da nicht belügen. Aber es gibt natürlich auch kritische Artikel."

"Schar aufgeschreckter Hühner"

Gar so freundlich schreibt die "Krone" gerade am Samstag ohnehin nicht über die SPÖ. Die "Roten" würden sich derzeit "wie eine Schar aufgeschreckter Hühner" benehmen, konstatiert die Zeitung anlässlich der Debatten über den Offenen Brief der Gruppe rund um Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina, in dem auch die "Anbiederung führender Funktionäre" der SPÖ an die "Krone" angeprangert wurde. "Ein paar politisch abgestandene Altsozis" sowie "die übliche linke Schauspiel-Schickeria" hätten da zur Feder gegriffen, höhnt die "Kronen Zeitung". Faymann meinte dazu in der "ZiB 2": "Ich sehe es prinzipiell so, dass in der SPÖ sehr viele Menschen tätig sind, die sehr pointiert unterschiedliche Meinungen vertreten. Das ist in einer Partei noch nichts, wo man Sorge haben muss. Wichtig ist, ob es mir gelingt, einen gemeinsamen Weg zu finden." (APA)

 

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