"Code-Zero" nur ohne Verankerung

8. August 2008, 19:06
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Der umstrittene Einsatz des Segels wurde vom Vermessungskomitee als legal beurteilt, die Veran­kerung allerdings nicht. Ein Einsatz ist fraglich

Qingdao/Peking - Das Vermessungskomitee bei den olympischen Segelbewerben in Qingdao hat sich darauf festgelegt, dass der Einsatz des Code Zero in der Olympischen Regatta der Tornadoklasse genehmigt wird, nicht aber die spezielle Verankerung. Und damit ist es fraglich, ob die Teams, die dieser Tage das Segel bei den Testfahrten gesetzt hatten, dieses überhaupt zur Vermessung bringen werden. Der 13. ist der letzte Vermessungstag, erst dann und damit zwei Tage vor Regattabeginn, werden die Karten offen gelegt, und Österreichs Doppel-Olympiasieger Roman Hagara/Hans Peter Steinacher wissen, was sie von der Konkurrenz erwartet.

"Code Zero"

Der Code Zero ist um fünf Quadratmeter kleiner als der Gennaker, in den Regulativen verankert ist aber lediglich eine Maximal- und keine Minimalgröße, weshalb das Segel in die Vermessungsvorgaben für den Gennaker passt. Allerdings werden spezielle Streben zur Verankerung benötigt, um den Code Zero auf dem Gennakerbaum zu befestigen. "Um den Code Zero zu verwenden, brauchst du spezielle technische Ausrüstungen, nennen wir es Hardware. Wenn du in der Formel 1 den Motor tauschst, dann brauchst du auch einen anderen Schalter dazu, um ihn zu starten", erklärte Georg Fundak, der Sportdirektor des Österreichischen Verbandes.

John Lovell/Charlie Ogletree (USA), Mitch Booth/Pim Nieuwenhuis (NED) und Daron Bundock/Glenn Ashby (AUS) hatten den Code Zero zuletzt getestet, er kann auch auf der Kreuz zusätzlich zu Großsegel und Fock gesetzt werden - allerdings nur bei Wind bis zu acht Knoten -, was einen großen Vorteil bringen würde. Auf dem Vorwind bringt das Segel aufgrund der geringeren Fläche einen Nachteil, bei stärkerem Wind wird es ohne die passenden Verankerungen wohl nicht halten, Materialbruch kann die Folge sein. Eine Lösung wäre, den Gennakerbaum zu verstärken, allerdings dürfte den Teams dafür wohl die Zeit davonlaufen.

Den Code Zero zu verwenden, birgt ein großes Risiko. "Bei mittleren Wind mit 14, 15 Knoten hat man damit keine Chance", sagte Fundak. Ist das Boot aber erst einmal bei der Vermessung gewesen, muss man die ganze Serie mit dem gleichen Material fahren.

Hagara/Steinacher stechen in See

Doppel-Olympiasieger Roman Hagara will im Tornado-Bewerb starten, terotz aller Diskussionen rund um das umstrittene Zusatzsegel "Code Zero". "Ein Startverzicht ist unabhängig davon, was in dieser Causa noch passieren mag, undenkbar. Alles andere war eine Fehlinformation oder eine Fehlinterpretation eines möglichen Protestes", sagte Hagara. (APA/red)

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