US-Umwelttechnik auf Modernisierungskurs

8. August 2008, 19:07
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Die hohen Rohstoffpreise zwingen die USA zur forcierten Erneuerung von Infrastruktur im Bereich Wasser, Abfall­management und Recycling, eine Chance für heimische Firmen

Chicago/Wien - "Im Umweltbereich findet das große Umdenken statt" , sagt Franz Rössler, österreichischer Handelsdelegierter in Chicago. Ein ressourcenschonender Umgang mit Rohstoffen und moderne Umweltlösungen werden immer wichtiger. Die Gründe: Die steigenden Rohstoffpreise im Allgemeinen und der ständig höher werdende Ölpreis im Besonderen zwingen die weltgrößte Volkswirtschaft zu einem schonenderen und effizienteren Umgang mit Ressourcen. Auch das steigende Umweltbewusstsein der Amerikaner wird in den nächsten Jahren für eine verstärkte Nachfrage nach innovativen Lösungen sorgen.

"Das ist eine große Chance für österreichische Firmen" , erklärt Rössler auf Basis eines Branchenreports zu Umwelttechnik in den USA. Denn mehrheitlich fehlten den Amerikanern die langjährigen Erfahrungen der Europäer im Umweltschutz. Drei Bereiche sind für heimische Firmen dabei besonders interessant: Festmüll & Recycling, Wasser/Abwasser sowie Lösungen zu Luftreinhaltung. Besonders solche Technologien hätten Potenzial, mit denen wertvolle Altstoffe wie Schrott und Papier wiederverwertet und teure Energien eingespart werden können.

Langer Atem gefragt

Allerdings brauchen heimische Firmen für einen Markteinstieg in den USA einen langen Atem: Vorzeigeanlagen seien ebenso wichtig wie umfangreiche Vorarbeiten im Bereich Dokumentationen und Benutzer-Webseiten. "Wenn man diese Vorarbeiten, die bis zu vier Jahre dauern können, hat, kann sich der Erfolg schnell multiplizieren" , erklärt Rössler. "Schließlich ist der Markt mit 400 Millionen Einwohnern riesig."

Egal sei auch, ob der nächste Präsident demokratisch oder republikanisch sein wird. Beide Kandidaten hätten sich bereits darauf festgelegt, Umweltfragen mehr Aufmerksamkeit zu widmen, als dies unter Präsident Bush der Fall war. Erwartet wird, dass die staatlichen Investitionen steigen werden. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.8.2008)

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    250 Millionen Tonnen Festmüll fallen jährlich in den USA an. Bisher wurde nur ein Drittel wiederverwertet.

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