Nächste Runde im Klagenfurter Spitalsstreit

8. August 2008, 18:29
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Kabeg-Chef Mandl verteidigt seine Abberufungen

Klagenfurt - Der umstrittene Vorstand der öffentlichen Kärntner Spitäler (Kabeg) Dieter Mandl schweigt weiter zu den Vorwürfen gegenüber den von ihm abberufenen Direktoren des LKH Klagenfurt, Herwig Wetzlinger, Thomas Koperna und der stellvertretenden Direktorin Claudia Scharm-Groicher. Er habe das Vertrauen in die Direktoren verloren, begründete der BZÖ-nahe Mandl seine Vorgangsweise: "Der Vertrauensverlust bezieht sich nicht auf Indizien, sondern auch auf beweisbare Tatsachen und klagbares Verhalten", sagt Mandl.

Konkrete Vorwürfe wollte er nicht nennen: "Ich darf nicht sagen, worum es sich handelt." Mandl will bei den Rechnungsabschlüssen der Jahre 2006 und 2007 "Schlampigkeiten" oder "bewusst herbeigeführte Manipulationen"entdeckt haben. Derzeit prüft der Landesrechnungshof, der in den letzten Jahren keinerlei Fehlverhalten im LKH-Klagenfurt feststellen konnte. Gäbe es strafrechtlich relevantes im Zuge der LKH-Bilanzen hätte Mandl die Staatsanwaltschaft informieren müssen. Dort liegt bis heute keine Anzeige vor.

Es soll auch eine zusätzliche Sonderprüfung durch externe Wirtschaftsprüfer geben, obwohl der Landesrechnungshof empfiehlt vorerst seine Prüfungsergebnisse abzuwarten. Unterdessen wird immer wahrscheinlicher, dass auch die Leiter des LKH-Personalwesens, der Medizintechnik und des technischen Dienstes abberufen werden sollen. Sie hatten wegen der Vorgänge im LKH einen öffentlichen Hilferuf ausgesandt. Mandl wollte ein weiteres Köpferollen weder bestätigen noch dementieren. Der LKH-Betriebsrat, an den der Hilferuf der Führungskräfte gerichtet war, verhält sich still, auch der neue Gesundheitslandesrat Peter Kaiser (SP) schweigt. Seine politische Heimat liegt im Bezirk Klagenfurt. Dort dominiert die LKH-Sektion, in der LKH-Zentralbetriebsrat Gebhard Arbeiter (SPÖ) das Sagen hat. (Elisabeth Steiner/DER STANDARD, Printausgabe, 9.8.2008)

 

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