Lieber Stamm- als Mauszellen

8. August 2008, 18:17
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Neue Zellkulturen dienen der Erforschung von Erbkrankheiten

Boston - Neue Stammzellenlinien werden es Forschern ermöglichen, mehrere genetisch bedingte Krankheiten in Gewebekulturen zu untersuchen und langfristig auch klinisch mit ihnen zu arbeiten.

Wie George Q. Daley vom Children's Hospital Boston in der neuesten Online-Ausgabe von Cell bekanntgab, ist es seinem Team gelungen, Zellen von entsprechenden Patienten in Stammzellen umzuwandeln, die sich in Petrischalen vermehren und zu menschlichem Gewebe werden. Sie lassen sich zudem in verschiedene Zelltypen verwandeln.

"Wir können nun tausende von Bedingungen herstellen", sagt Daley, "und dabei klassische Zellkulturen verwenden." Es wurden Stammzellenlinien für zehn verschiedene genetische Dysfunktionen gezüchtet, darunter Muskeldystrophie, Huntington, Parkinson, Down und Typ-1-Diabetes; etliche andere sind nach Aussagen der Wissenschafter möglich. Tierzellen, obwohl oft genetisch sehr ähnlich, verhalten sich physiologisch oft anders und sind von weit geringerem Nutzen für das Studium der Entwicklung der Krankheiten.

Das Harvard Stem Cell Institute wird die Zellenlinien Kollegen weltweit zur Verfügung stellen; Daley mahnt aber Sorgfalt an: "Sie wachsen nicht wie Unkraut, eher wie Orchideen." (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9./10. 8. 2008)

  • Zellforscher George Daley
    foto: children's hospital, boston

    Zellforscher George Daley

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