Ederer: "Ich wollte zuerst Schaffnerin und dann Schauspielerin werden"

10. August 2008, 17:00
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    apa/techt

    Siemens-Chefin Brigitte Ederer arbeitet im Schnitt 60 Stunden pro Woche.

Karriere-Telegramm: Siemens-Chefin Brigitte Ederer über "Traumjobs", transparente Gehälter und ihren bis jetzt größten Karriereerfolg

"Mit beiden Beinen am Boden bleiben", lautet das Credo von Brigitte Ederer, Chefin von Siemens Österreich. Einen "kleinen Beitrag zum Beitritt Österreichs zur EU geleistet zu haben", bezeichnet die ehemalige SPÖ-Politikerin im E-Mail Interview mit derStandard.at/Karriere als ihren bis dato größten beruflichen Erfolg. Die 52-Jährige, die als Kind Schaffnerin und Schauspielerin werden wollte, ist seit 2005 Vorstandsvorsitzende bei Siemens.


Ederer macht den Auftakt zu einer Serie auf derStandard.at/Karriere, wo in den nächsten Wochen in einer Art "Karriere-Telegramm" Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur, Medien und Sport und ihre Ansichten über Beruf und Karriere vorgestellt werden.

derStandard.at: Wie sieht der "typische" Arbeitstag von Brigitte Ederer aus?

Ederer: Zum Glück gibt es keinen typischen Arbeitstag von mir. Es ist kein Tag vergleichbar mit einem anderen.

derStandard.at: Wie viele Stunden arbeiten Sie im Schnitt pro Woche?

Ederer: Über das ganze Jahr verteilt sind es ca. 60 Stunden in der Woche.

derStandard.at: Wie entspannen Sie sich vom beruflichen Stress?

Ederer: Mit sportlichen Aktivitäten, Zeitungen und Romane lesen sowie beim Wandern.

derStandard.at: Welches Rezept haben Sie, um Berufliches und Privates unter einen Hut zu bringen?

Ederer: Keines! Aber es hilft, Prioritäten so zu setzen, dass man danach nicht ein schlechtes Gewissen hat, sondern sich voll zur Entscheidung - sei es nun beruflich oder privat - bekennen kann.

derStandard.at: Welche Rolle spielen für Sie berufliche Netzwerke beim Erklimmen der Karriereleiter?

Ederer: Netzwerke sind gut und hilfreich, aber man sollte sie nicht überschätzen.

derStandard.at: Was war Ihr bis jetzt größter Karriereerfolg bzw. Karriereflop?

Ederer: Der größte Erfolg war, einen kleinen Beitrag zum Beitritts Österreichs zur EU geleistet zu haben. Der größte Misserfolg war der Verlust des Mautprojektes in Österreich.

derStandard.at: Wie lautet Ihre berufliche Devise?

Ederer: Mit beiden Beinen am Boden bleiben.

derStandard.at: Haben sie ein berufliches Vorbild?

Ederer: Ich habe versucht, von allen Vorgesetzten in meinem Berufsleben Verhaltensweisen, die mich beeindruckt haben, zu übernehmen.

derStandard.at: Wenn Ihnen ein Wunsch von Seiten der Politik erfüllt werden würde, welcher wäre das?

Ederer: Eine Bildungsreform, die neugierige, interessierte junge Menschen hervorbringt.

derStandard.at: Sollten alle Gehälter in Österreich transparent gemacht werden?

Ederer: Österreich hat hier keine Tradition. Um nicht eine kontraproduktive Neiddiskussion zu starten, müsste dies sehr überlegt und behutsam angegangen werden.

derStandard.at: Welchen Traumberuf hatten Sie in der "Sandkiste"? Was wollten Sie als Kind werden?

Ederer: Ich wollte zuerst Schaffnerin und dann Schauspielerin werden.

derStandard.at: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ederer: Bei Siemens. (derStandard.at, 10.8.2008)

Zur Person:

Brigitte Ederer, 52, ist seit Ende 2005 Siemens-Generaldirektorin, im Vorstand sitzt sie seit 2001. Zuvor war Ederer viele Jahre in der Politik tätig. Sie zog 1983 für die SPÖ in den Nationalrat ein und war von 1992 bis 1995 Staatssekretärin im Bundeskanzleramt, wo sie u.a. den EU-Beitritt Österreichs vorbereitete. Ederer werkte dann von 1995-1997 als Bundesgeschäftsführerin der SPÖ und anschließend als Finanzstadträtin in Wien. Der Politik kehrte sie 2001 den Rücken.

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22 Postings
ich nicht
03
18.8.2008, 09:58
ein monopolist als hoflieferant der republik und gemeinde wien mit ehemaliger finanzsstadtraetin am ruder und 10 prozent umsatzrendite.

schoen .

in italien wuerde man sagen: stinkt gewaltig nach korruption

Antoni Polster
25
15.8.2008, 00:17
60 Stunden Arbeit?

Geschäftsessen, Buffets, Dienstgespräche im Luxusbadeort, Geschäftsreisen in die Karibik - da arbeite ich auch gerne 60 Stunden.

Für wie blöd hält die uns eigentlich.

DasLebenIstSchwerUndDannStirbtMan
00
20.8.2008, 09:45

ich würd mal sagen, auch eine berufstätige mutter kommt mit der hausarbeit und auf 60 stunden arbeit in der woche. auch mein mitleid hält sich sehr in grenzen

dermartino
13
17.8.2008, 23:56

Soviel zum Thema Neidgesellschaft =)

nina yankow
01
18.8.2008, 10:58

kennen Sie diese etagenhöhe? in vorständen und aufsichtsräten wird sehr wohl einiges an zB sehr regelmäßigen lockeren geschäftsessen als arbeitszeit verbucht. erlebe ich dank cateringerfahrung regelmäßig bei diversen banken.

dermartino
01
18.8.2008, 17:36

Dass solche Essen zum Job dazu gehoeren ist offenkundig, daher stellt sich die Frage ob es richtig/falsch ist kaum... und ob man es als Arbeitszeit verbucht oder nicht, ist auch irrelevant, weil in Fuehrungspositionen sowieso alle pauschaliert sind.

Aber ja, natuerlich ist nicht alles Knochenarbeit, keine Frage... wer geht denn nicht gerne gut Essen?
Sich der Illusion hinzugeben, dass das "Spass" ist nur weil alle schoen laecheln, ist trotzdem ein wenig naiv.

Management Quatscher
22
15.8.2008, 19:54

Für ziemlich blöd und sich selbst für ziemlich gescheit.

Angesichts ihres beträchtlichen Einkommens, das sie für´s Quatschen, in Meetings sitzen, Hände schütteln und herumreisen erhalten, haben sie damit auch vollkommen recht.

Man sollte sich aber darüber nicht aufregen und wundern sollte man sich auch nicht. Diese Typen und Typinnen sind zu ignorieren und ihre in diversen Medien abgesonderten Managementweisheiten ebenfalls. Es gibt zufriedenstellendere Beschäftigungen als diesen ewig gleichen Scha. ohne Wert und Sinn zu lesen.

Am Ende ist man nur man selbst und auch für Manager - und Innen gilt: das letzte Hemd hat keine Taschen und sie können nix mitnehmen.

Management Quatscher
00
12.8.2008, 13:34

Ich wollte eigentlich auch Cowboy, Lokomotivführer oder Feuerwehrmann werden.

Es hat dann aber nur zum Manager gereicht.
Oft hat man ein Pech.

dagobert wien
00
20.8.2008, 12:04

ich wollte archäologe oder weltherrscher werden.
für letzteres fehlen mir leider die finanziellen mittel (ob bush mir seine armee leiht?)

Einschwein
01
11.8.2008, 15:47

Weil die Gehälter zu niedrig sind, fürchtet man eine Neiddiskussion.... was sich die Leute heute alles gefallen lassen aus Angst den Arbeitsplatz zu verlieren.

Adolf Ogi
01
11.8.2008, 15:47
Schaffnerlos

jetzt zeigt sich, dass es doch keine so gute Idee war, die Schaffner in der Straßenbahn abzuschaffen.

Einschwein
10
11.8.2008, 15:46

"Um nicht eine kontraproduktive Neiddiskussion zu starten, müsste dies sehr überlegt und behutsam angegangen werden."

na das sagt schon alles......

1000 Kopfläuse können nicht irren
12
11.8.2008, 08:39
"Ich wollte zuerst Schaffnerin und dann Schauspielerin werden"

Das ist ihr doch eh gelungen, allerdings in umgekehrter Reihenfolge! (C;

bawe1
32
11.8.2008, 03:05
eh klar

ich, mann, wollte nie schaffner werden, und habe es weiter gebracht als die ederer. und das ohne politische connections - wie würde sie dann dastehen?
die frau ederer ist doch von siemens nur vorgeschoben, hat nichts zu sagen, ist nur gut für das (eh schon ramponierte) image des konzerns. window dressing, americans would say.

porco rosso
 
00
30.1.2009, 20:38
das denk ich mir auch

die wahren entscheidungen in den konzernen treffen andere als die gesichter die uns gezeigt werden. das machen die aus selbstschutz.
das finde ich trifft auch auf die männer zu.
oder kann sich ernsthaft jmd. vorstellen daß ein typ wie der nemsic wirklich etwas zu sagen hat?

Josef Kreilmeier
 
01
13.8.2008, 17:53
Passt überhaupt etwas ?

Fraglich ist ob Frau Ederer überhaupt etwas sagen hätte können das den Kritikern hier passt. Mit den Neidkomplexen hat sie ja recht, die meisten Postings hier strotzen vor Neid - konstruktive Kritik sieht wohl andes aus. Nur Gscheitwaschlerei ...

klein adlerauge
 
11
11.8.2008, 00:40

"mit beiden beinen am boden bleiben"
na vom rumstehen wird aber nicht viel weitergehn

Herbert Lauritz
01
10.8.2008, 22:02
Ederer ist super!

Schade, dass sie nicht mehr in der Politik aktiv ist. Sie würde der SPÖ sehr gut zu Gesicht stehen.

Ava Tar
213
10.8.2008, 20:30
Das mit der Schauspielerin hat ja geklappt.

Snygg Invandrargrabb
10
10.8.2008, 19:57
gute schaffnerin/schauspielerin

sie brauchte gar nicht schaffnerin oder schauspielerin zu werden. als politikerin und grossindustielle muss man sowieso schauspielern können und ungewünschte "fahrgäst/inn/en" rauswerfen.

Walter Tiefentaler
10
10.8.2008, 18:16
schaffnerin, schauspielerin...

...das sind auch interessante jobs. als siemens generaldirektor kommt aber noch der kick einer eventuellen strafverfolgung dazu. stell ich mir spannend vor :-)

Heinz Hackinger
33
10.8.2008, 17:35
Meine volle Anerkennung, Frau Ederer

Sie sind eine der wenigen Frauen, die offen ausspricht, dass Sie zum Verzicht auf ein Privatleben bereit waren.

Früher hätte ich zu diesem Thema anders gedacht - aber heute verstehe ich Sie sehr gut.

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