Vor der Notlandung

8. August 2008, 14:06
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Nur eine vollständige Privatisierung scheint die Fluggesellschaft Austrian Airlines noch retten zu können. Discount-Zertifikate bleiben erste Wahl - Von Christian Scheid

Hoher Ölpreis und zunehmender Wettbewerb: die Wiener Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) ist zuletzt in heftige Turbulenzen geraten. Im ersten Halbjahr 2008 sanken die Umsatzerlöse um knapp ein Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro. Unterm Strich fiel ein Verlust von 48,7 Millionen Euro an - fast sechs Mal so viel wie in der ersten Jahreshälfte 2007. Ebenfalls im Sturzflug befand sich bis vor kurzem der Aktienkurs: Binnen eines einzigen Jahres ging es von knapp neun auf bis zu 2,13 Euro nach unten. Auch der Abstieg aus dem ATX im März 2008 war nicht aufzuhalten.

Die AUA ist einfach zu klein, um auf Dauer alleine bestehen zu können. Rettung soll nun der Einstieg eines Investors bringen. Den Weg dazu frei machen wird die Regierung voraussichtlich auf der nächsten Kabinettssitzung am 12. August. Auf einem Krisengipfel hat die noch amtierende Große Koalition bereits einen Privatisierungsplan für die Fluglinie entworfen. Demnach soll die Staatsbeteiligung an der AUA von derzeit 42,75 Prozent abgegeben werden. Voraussetzung ist aber, dass mindestens 25 Prozent plus eine Aktie - also eine Sperrminorität - bei einem nationalen Investor bleiben. Der wahrscheinlichste Partner für die AUA ist die Deutsche Lufthansa. Gut möglich, dass nach einer Beteiligung der Deutschen die Sperrminorität zu einem späteren Zeitpunkt aufgehoben wird und damit der Weg für eine Komplettübernahme frei wird.

Deutlich besser entwickelt als die Aktie hat sich das in Ausgabe 06.2008 vorgestellte Discount-Zertifikat auf die AUA mit einem Cap von 4,50 Euro. Auch bei einem Neueinstieg empfiehlt sich ein Rabatt-Papier, jedoch sollte ei-ne etwas niedrigere Obergrenze gewählt werden. Ein Discounter der Commerzbank (ISIN DE000CB57SM6) ist mit einer Obergrenze von 3,50 Euro ausgestattet und derzeit um 29,8 Prozent günstiger zu haben als der Basiswert. Im Gegenzug ist die maximale Rendite auf 14,4 Prozent bzw. 16,8 Prozent p.a. begrenzt. Diese wird erzielt, sofern der Basiswert am Laufzeitende am 18. Juni 2009 oberhalb von 3,50 Euro steht (aktuell 4,32 Euro).

 

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