Maden gegen multiresistente Erreger

12. August 2008, 09:41
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Schmeißfliege nährt Hoffnung auf Medikament gegen antibiotikaresistente Bakterienstämme

Swansea - Wissenschaftler der Swansea University hoffen, dass die Maden der grünen Schmeißfliege dabei helfen können, ein Antibiotikum herzustellen, das Stämme des multiresistenten Erregers MRSA angreifen kann. Ziel ihrer Untersuchung ist es, ein Medikament zu schaffen, das entweder injiziert, geschluckt oder in Salbenform verabreicht werden kann. Es soll gegen zwölf MRSA-Stämme sowie E. coli und C. difficile wirksam sein.

"Die Maden sind großartige Multi-Tasker. Sie produzieren Enzyme, die Wunden reinigen, und eine Reihe antibakterieller Chemikalien, die das Bakterienwachstum stoppen", erklärte Alun Morgan von der Firma ZooBiotic in Wales (Großbritannien) der BBC.

Herstellung des Antibiotikums

Gemeinsam mit belgischen Kollegen wurde untersucht, inwieweit das Seraticin genannte Antibiotikum aus den Sekreten dieser Maden eine Infektion verhindern kann. Für die Herstellung eines Tropfens des Antibiotikums in seiner reinen Form sind im Augenblick rund 20 Maden erforderlich. Derzeit wird an der endgültigen Identifizierung der richtigen Zusammensetzung des Wirkstoffes und einer Möglichkeit der Synthetisierung gearbeitet. Erst danach können Tests an menschlichen Zellen durchgeführt und die genaue medizinische Wirksamkeit festgestellt werden.

Norman Ratcliffe, einer der führenden Wissenschaftler des Projekts, betonte jedoch, dass nach der Entdeckung noch viel Arbeit auf das Team warte. In einem nächsten Schritt sei die genaue Zusammensetzung mittels Massenspektronomie und Magnetresonanz zu ermitteln.

Ähnliches Forschungsprojekt

Der Einsatz von lebenden Maden zur Behandlung von infizierten Wunden ist ein durchaus bekannter Ansatz. An der University of Manchester ist laut BBC ein ähnliches Forschungsprojekt durchgeführt worden. Die Larven der Maden wurden eingesetzt, um Diabetiker zu behandeln, deren Beingeschwüre von MRSA befallen waren. Bei den meisten Patienten trat die Heilung innerhalb von drei Wochen ein. Bei konventionellen Behandlungsansätzen kann es bis zu 28 Wochen dauern, bis ein vergleichbarer Heilungsprozess abgeschlossen ist. (pte/red)

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