Richemont spaltet Tabakbeteiligung an BAT ab

8. August 2008, 12:27
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Der Schweizer Luxusgüterkonzern trennt sich von einem Aktienpaket im Wert von derzeit 9,5 Milliarden Euro

Zürich - Der Genfer Cartier-Hersteller Richemont trennt sich von seiner milliardenschweren Beteiligung am weltweit zweitgrößten Zigarettenkonzern British American Tobacco (BAT), um sich komplett auf das lukrative Luxusgütergeschäft zu konzentrieren. Der Konzern mit prestigeträchtigen Marken wie IWC und Piaget wird nach Angaben vom Freitag als Compagnie Financiere Richemont (CFR) an der Schweizer Börse bleiben und erwartet, auch weiter einen Platz im Leitindex SMI zu haben.

Die Aufspaltung sei "Ausdruck der signifikanten Entwicklung des Luxusgeschäfts seit Richemonts Gründung vor 20 Jahren", sagte Verwaltungsratspräsident Johann Rupert, dessen südafrikanische Familienholding Richemont kontrolliert. Das Geschäft mit Schmuck, Uhren, Lederwaren und edlen Füllern sei mittlerweile groß genug, um allein bestehen zu können. Ausschlaggebend sei allerdings gewesen, dass neue Steuergesetze die luxemburgischen Gesellschaften der äußert komplexen Konzern-Struktur benachteiligt hätten, weshalb eine Neuordnung sowieso notwendig gewesen sei.

Richemont hatte sein Zigarettensparte Rothmans 1999 mit BAT zusammengelegt und war mit einem Fünftel zu einem der größten BAT-Aktionäre aufgestiegen. Das Paket ist derzeit 9,5 Mrd. Euro Wert. 90 Prozent davon sollen an die Richemont-Anleger verteilt werden.

In Zuge der Aufspaltung wird Richemonts wenig bekanntes Investment-Geschäft in eine neue luxemburgische Aktien-Gesellschaft namens Reinet übertragen, bei der die Rupert-Familie das sagen hat. Die derzeitigen Richemont-Aktionären erhalten Aktien am neuen Luxusgüterarm CFR, sowie an Reinet und BAT. Dazu werden noch Optionsscheine ausgeben, mit denen sie später ihre BAT-Aktien in neue Reinet-Anteilsscheine einlösen können.

Unter Börsianer und Analysten wurde die Vereinfachung als lange überfällig bezeichnet und stieß auf dementsprechende große Zustimmung. "Die gute Nachricht ist, dass Richemont jetzt ein unabhängiges Luxusgeschäft hat, womit der (Konglomerats-) Abschlag der Aktien wegfallen und sich vielleicht sogar in einen Aufschlag im Vergleich zu anderen Luxusgüter-Firmen wandeln könnte", sagte Patrik Schwendimann, Analyst bei der ZKB. Die im November angekündigte Neuformation komme zudem auch wesentlich schneller als erwartet, da Richemont sich selbst bis 2010 Zeit gegeben hatte.(APA)

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