Kampf der Giganten

8. August 2008, 12:02
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China könnte den USA im Rennen um erfolg­reichste Olympia-Nation erstmals Rang ablaufen - Voll­ständig planbar scheint Erfolg aber nicht zu sein

Peking  -   "Wir sind es nicht gewohnt, der Underdog  zu sein, doch diesmal sind wir es", sagte Peter Ueberroth, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der USA (USOC), vor der Eröffnung der 29. Sommerspiele. Doch natürlich werde man versuchen, die Position der Nummer eins im Weltsport vor den gastgebenden Chinesen zu halten.

Seit China 1984 in Los Angeles erstmals bei Olympia Gold gewann, dominierten die USA viermal,  1988 und 1992 war die UdSSR Spitzenreiter im Medaillen-Ranking. 2004 rückte China mit 32 Goldenen den USA (36) schon gefährlich nahe. "Ich weiß um ihre Ressourcen und erwarte, dass sie für viele Jahre die dominante Nation sein werden", prophezeite Ueberroth.

Die renommierte US-Fachzeitschrift "Sports Illustrated" sieht bei ihrer Hochrechnung China mit 49 Goldmedaillen schon in Peking vor den USA (45) und Russland (25), nach der Zahl der Podestplätze sollen die Amerikaner aber mit 121  vor dem Gastgeber (102) liegen. Dagegen liegt bei einer am Freitag veröffentlichten Prognose des Olympia-Magazins "Around the Rings", die auf den Ergebnissen der letzten Weltmeisterschaften basiert, die USA (49) vor China (38) und Russland (32).

400.000 Athleten in mehr als 3.000 Sportschulen trainieren in China für die Wachablös,  etwa 60 ausländische Trainer wurden  engagiert, um mit ihrem Fachwissen den Fortschritt zu beschleunigen. 639  SportlerInnen sind bei den Heim-Spielen am start, selbstredend das größte Kontingent.  Ihnen wollen 596 aus den USA und auch die 467 Athleten aus dem wiedererstarkenden Russland Paroli bieten. Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), erwartet, dass  "das Erwachen Asiens" weitergehen werde.

"Projekt 119"

Chinas politische Führung erwartet zwar, dass die Milliarden-Investitionen sich auszahlen, haben offiziell die Erwartungen aber niedrig gehängt. Zumal das ehrgeizige "Projekt 119", mit dem Leichtathletik, im Schwimmen und Wassersport besonders forciert werden sollten, nicht wie geplant funktioniert. 

Abgesehen von Hürdensprinter Liu Xiang, der 2004 Olympiasieger und 2007 Weltmeister wurde, gibt es etwa in der Leichtathletik keine weiteren klaren Favoriten aus China. Allein die WM-Dritte im Hammerwerfen, Zhang Wenxiu, und die WM-Zweite im Marathon, Zhou Chunxie, gelten als Anwärter auf eine Medaille. "Die Chinesen mussten feststellen, dass man auch mit forciert hartem Training in einer so komplexen Sportart wie der Leichtathletik nicht binnen sechs Jahren in die Weltspitze kommen kann", folgerte Helmut Digel, Council-Mitglied im Weltverband IAAF. (red/APA/dpa)

 

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