Das virtuelle Spiel

7. August 2008, 19:14
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Die Meinungen darüber, wer das erste Computerspiel erfand, gehen auseinander - Zunächst wurde noch nicht zu Hause gespielt, sondern in Spielhallen und Gasthäusern

Frage: Was war der erste Vorläufer des Computerspiels?


Antwort: 1948 meldeten zwei Amerikaner ein Patent an für das Konzept eines Geräts, bei dem man simulierte Raketen abschießen und mit Drehreglern ins Ziel steuern konnte. Das war also schon einmal Konzept für ein Computerspiel, aber eben nur ein Konzept.


Frage: Was waren dann die ersten Computerspiele?


Antwort: Da gehen die Meinungen auseinander. Ein heißer Tipp ist aber "Tennis fort two" (erstmals 1958 präsentiert) von William Higinbotham, einem amerikanischen Physiker. Aber auch Ralph H. Baer, der erst zehn Jahre später Computer spielerisch verwendete, gilt für manche als Erfinder des Computerspiels. Der deutschstämmige Amerikaner baute 1968 die erste Spielkonsole namens "Odyssey" und er erfand auch das erste Spiel dafür. Es hießt "Ping-Pong". Wobei auch schon ein paar Jahre vorher (1962) an der Technik-Uni in Boston ein paar Studenten den langweiligen Rechencomputer zum Spielzeug umfunktioniert und ein Game namens "Spacewar" gespielt haben sollen.


Frage: Hatte dann bald jeder eine Spielkonsole?

Antwort: Nein, in den 70er- und 80er-Jahren wurde vor allem in Spielhallen gespielt an den Videospielautomaten, die auch oft in Gasthäusern aufgestellt waren. Man spielte etwa das Actionspiel "Sea Wolf", bei dem auch als erstes die Punkte mitgezählt wurden. Das war also das erste "High-Score"-Game.


Frage: Ab wann wurde zu Hause Computer gespielt?

Antwort: Ein Meilenstein dafür war das Jahr 1982, als der Heimcomputer namens Commodore C64, Einzug in die Haushalte nahm. Das Gerät verkaufte sich über 20 Millionen Mal und es wurden 10.000 Programme dafür entwickelt. Den Japanern ist es zu verdanken, dass Spielkonsolen (wie die Playstation, deren erste Version 1995 vorgestellt wurde) neben den Heimcomputern nicht total vom Markt verschwanden. Sie waren Anfang der 80er nämlich nicht mehr sehr beliebt, außer eben in Japan, wo sich der Heimcomputer nicht so gut durchsetzte. (Gudrun Springer, DER STANDARD - Printausgabe, 8. August 2008)

Die Ö1-Kinderuni am Sonntag um 17.10 Uhr widmet sich dem Thema "Warum sind Bakterien lebenswichtig? Mikrokrankenpolizei und globale Putzkolonne." Am Freitag im STANDARD.

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