"Den Chinesen meinen Respekt erweisen"

7. August 2008, 18:46
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Mehr als achtzig Staats- und Regierungschefs reisen zur Eröffnung nach Peking

Im Vorfeld der Eröffnungsfeier war viel von Boykott die Rede. Menschenrechtsaktivisten hatten von Regierungsvertretern gefordert, der Eröffnungsfeier fernzubleiben, um so gegen Menschenrechtsverletzungen der chinesischen Staatsmacht zu protestieren und Chinas Wunsch nach Selbstdarstellung auf internationalem Parkett nicht nachzukommen.

Doch die Boykottdrohungen wurden zunehmend seltener und schwächer. Nun steht fest, dass mehr als achtzig Staats- und Regierungschefs an der spektakulären Zeremonie teilnehmen werden. US-Präsident George Bush reiste bereits am Donnerstag im Anschluss an seine Asienreise nach Peking. Die von Bush zuvor in Thailand geäußerte Kritik an Chinas Menschenrechtspolitik wurde gestern vom chinesischen Außenministeriumssprecher Qin Gang als Einmischung in innere Angelegenheiten Chinas verurteilt. Die USA und China hätten "unterschiedliche Ansichten" im Menschenrechtsbereich, sagte Qin. Bush sagte, er fahre nach Peking, um "erstens den Chinesen meinen Respekt zu erweisen und zweitens die US-Mannschaft anzufeuern."

Auch der russische Premier Wladimir Putin ist bereits am Donnerstag in der chinesischen Hauptstadt eingetroffen. Der französische Staatschef und derzeitige EU-Präsident Nicolas Sarkozy ist seit heute, Freitag, in Peking. Seine Teilnahme hatte er von der Gesprächsbereitschaft der chinesischen Regierung mit dem Dalai Lama abhängig gemacht.

Ausgeladen wurde Robert Mugabe, der umstrittene Staatschef von Simbabwe. Bundespräsident Heinz Fischer wird in Peking von Verteidigungsminister Norbert Darabos vertreten. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wird ebenfalls nicht nach Peking kommen. Sie ist auf Urlaub. (dab, vmi/DER STANDARD, Printausgabe, 8.8.2008)

  • US-Präsident Bush und Russlands Premier Putin sind schon da, der
französische Staatschef Sarkozy reist heute an. Präsident Fischer
schickte Minister Darabos. Und Merkel fuhr auf Urlaub.
    Fotos: AP, EPA, APA, Reuters

    US-Präsident Bush und Russlands Premier Putin sind schon da, der französische Staatschef Sarkozy reist heute an. Präsident Fischer schickte Minister Darabos. Und Merkel fuhr auf Urlaub.

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