Wiener Staatsoper wirtschaftlich Spitzenklasse

7. August 2008, 17:50
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Im internationalen Vergleich: hoher Output, höchster Eigenfinanzierungsgrad

Zürich/Wien - Eine vom Kanton Zürich beim Münchner Unternehmensberater Actori in Auftrag gegebene Studie bescheinigt der Wiener Staatsoper, im Vergleich mit anderen deutschsprachigen Musiktheaterhäusern und auch der Metropolitan Opera in New York wirtschaftlich höchst erfolgreich zu agieren. Beim Eigenfinanzierungsgrad vermag lediglich das Zürcher Opernhaus unter der Leitung von Alexander Pereira der Staatsoper Paroli zu bieten, die in der Saison 2005/06 auf 44 Prozent kam. Die Staatsoper Unter den Linden in Berlin und die Hamburgische Staatsoper erzielten Eigendeckungsquoten von lediglich 26 bzw. 27 Prozent.

Aber auch der Output ist beachtlich: Direktor Ioan Holender bringt zwar nur recht wenige Neuproduktionen heraus (da ist Zürich Spitzenreiter), die Staatsoper punktet aber mit der Anzahl der Wiederaufnahmen. In keinem anderen Opernhaus wurden in der Saison 2007/08 mehr Produktionen angeboten.

Eigentlicher Grund für die Studie war, Zukunftsszenarien für das Zürcher Opernhaus durchzuspielen. Am sinnvollsten stellte sich heraus, den bisherigen Weg (viele Produktionen und "Top-Besetzungen" ) zu optimieren. Ein Wechsel zu einem Ensemble-Musiktheater (weniger Produktionen sowie Vorstellungen) würde zwar ein Einsparpotenzial bieten, das Opernhaus würde aber Besucher verlieren, die Auslastung würde sinken. Abgeraten wird auch von einem Stagione-Betrieb (im Block gespielte Produktionen ohne Repertoire wie im Theater an der Wien): Dieses Szenario biete zwar ein hohes Einsparpotenzial, es sei "jedoch extrem riskant und sehr viel ineffizienter" . (Thomas Trenkler / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.8.2008)

 

 

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