Grüne Angebote an die Wählerinnen

7. August 2008, 17:36
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Glawischnig schlägt vor: Kostenlose Kinderbetreuung, Frauenquote in Unternehmen

Wien - Flächendeckend, kostenlos, verfügbar ab dem ersten Lebensjahr: So soll die Kinderbetreuung in Österreich künftig gestaltet werden, wenn es nach den Grünen geht. Deren stellvertretende Bundessprecherin Eva Glawischnig stellte am Donnerstag außerdem klar, dass die Finanzierung alleine Sache des Bundes sei. Kosten würde das grüne Modell rund 400 Millionen Euro.

Den "ÖVP-Totalschwenk" (Glawischnig) in Sachen Kinderbetreuung - also das verpflichtende Kindergartenjahr für alle - halten die Grünen für unzureichend. Wichtig seien bundesweit einheitliche Standards mit einem weit niedrigeren Betreuungsschlüssel. Außerdem würden Pädagogen derzeit ein "wirklich jämmerliches Gehalt" erhalten, meint Glawischnig.

Lebensferne Politik

Bessere Kinderbetreuung ist nicht das einzige Angebot, das die Grünen den Wählerinnen machen wollen. Schließlich sind auch immer mehr Protestwähler weiblich, sagen Politikwissenschafter.

Wenig verwunderlich, meint Glawischnig: "Frauen haben das Gefühl, dass Politik nichts mit ihrem Leben zu tun hat" , meinte die Grüne-Vizechefin im Standard-Gespräch. Gerade mit Themen wie der Teuerung oder mangelnden Betreuungsplätzen seien aber vor allem Frauen in ihrem täglichen Leben konfrontiert.

Ein "Tabu" wollen die Grünen im anstehenden Nationalratswahlkampf aufgreifen: Es geht nun einmal nicht ohne Frauenquoten, auch nicht in der Wirtschaft, meint Glawischnig. 40 Prozent aller Aufsichtsrats- oder Vorstandsmitglieder sollen demnach weiblich sein - sonst könnte (nach einer entsprechenden Übergangsfrist) etwa die Streichung von der Börse drohen, schlagen die Grünen nach skandinavischem Modell vor. Außerdem soll es 10.000 von öffentlicher Hand geförderte Jobs für Frauen geben. Zwei Drittel des Einkommens soll der Staat bezahlen, damit würde man vor allem Wiedereinsteigerinnen unterstützen.

Die Grünen seien "die einzige Frauenpartei" , befindet Glawischnig und verweist auf die Tatsache, dass Bewerberinnen etwa bei der Listenerstellung für Wahlen bevorzugt werden. "Eine Macho-freie Zone sind aber auch die Grünen nicht" , gibt die stellvertretende Parteivorsitzende zu. (hei, APA/DER STANDRD, Printausgabe, 8.8.2008)

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