Wal Mart mit weniger Umsatz

7. August 2008, 15:57
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Der weltgrößte Einzelhändler leidet unter dem Auslafen der Steuergescheke der Regierung Bush zur Stützung der Wirtschaft - der Juli-Umsatz lag unter den Erwartungen

New York - Der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart bekommt das Auslaufen der Steuergeschenke zu spüren, die die Regierung von Präsident George W. Bush den Bürgern zur Stützung der Wirtschaft gemacht hat. Der Umsatz bei Wal-Mart stieg im Juli nicht so deutlich wie erwartet. Zudem äußerte sich der Konzern am Donnerstag vorsichtig über die Aussichten für den August. An der Börse kamen die Nachrichten schlecht an: Wal-Mart-Aktien fielen um knapp drei Prozent. Auch die großen US-Aktienindizes litten, gilt Wal-Mart doch als ein wichtiges Barometer für den Zustand der Wirtschaft.

Wal-Mart bezifferte den Umsatzzuwachs im Juli auf 3,0 Prozent. Der Konzern selbst hatte zwei bis vier Prozent und Analysten im Schnitt 3,4 Prozent vorhergesagt. Die Zahlen beziehen sich jeweils auf das US-Geschäft und Filialen, die es seit mindestens zwölf Monaten gibt. Zudem ist der Umsatz mit Treibstoff herausgerechnet. Unter Berücksichtigung der Faktoren betrug der Zuwachs 9,4 Prozent auf 30,16 Mrd. Dollar (19,5 Mrd. Euro).

Steuererleicherungen

Die Regierung Bush hatte zur Stützung der Wirtschaft Steuererleichterungen im Volumen von rund 100 Mrd. Dollar beschlossen und zwischen April und Mitte Juli entsprechende Schecks an die Bürger geschickt. Wal-Mart hatte angeboten, die Schecks ohne Gebühr anzunehmen.

Mit dem Ende der stimulierenden Schecks der Regierung an die Bürger würden die Kunden ihr Geld nun wieder vorsichtiger ausgeben, sagte der Chef der Wal-Mart-Geschäfte in den USA, Eduardo Castro-Wright. Finanzchef Tom Schoewe erklärte, es gebe derzeit von Woche zu Woche starke Umsatz-Schwankungen. Für den August rechne Wal-Mart mit einem Umsatzwachstum zwischen einem und zwei Prozent.

Das im Februar beschlossene Konjunkturprogramm der Regierung soll ein Abgleiten der weltgrößten Volkswirtschaft in die Rezession verhindern. Millionen Bürgern wurden dabei Steuernachlässe oder Sonderzuwendungen gewährt. Für Einzelpersonen gab es Nachlässe bis zu 600 Dollar, für Ehepaare bis zu 1200 Dollar und weitere 300 Dollar für jedes Kind. Menschen mit geringem Einkommen wie Rentner und Kriegsversehrte, die keine Lohnsteuer zahlen, erhielten 300 Dollar. (APA/Reuters)

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