Hoffnung auf Ende immunsuppressiver Medikamente nach einer Transplantation

12. August 2008, 11:47
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Neues Verfahren befindet sich in relativ frühem Entwicklungsstadium

Kiel - Wissenschaftler des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein haben ein Verfahren entwickelt, das in der Zukunft dazu beitragen könnte, Transplantationspatienten extrem starke Medikamente gegen Abstoßungsreaktionen des Körpers zu ersparen. Der komplexe Ansatz beruht auf der Vermischung von Infektionen bekämpfenden eigenen weißen Blutkörperchen eines Patienten mit Zellen eines Spenders. Ein Patient kam acht Monate ohne immunsuppressive Medikamente aus, die anderen konnten auf geringere Dosierungen umgestellt werden. Details der Studie wurden im Journal "Transplant International" veröffentlicht.

Zellmodifizierung im Labor

Das neue Vefahren beruht unter anderem darauf, dass die Patienten eine Infusion mit spezialisierten Zellen, so genannten TAICs erhalten, die die Akzeptanz des Körpers erhöhen. Sie entstehen durch die Isolierung einer Art weißer Blutkörperchen des Spenders. Nach der Modifizierung im Labor verfügen diese Zellen über die Fähigkeit, Zellen im Immunsystem abzutöten, die einen Abstoßungsvorgang auslösen. Zusätzlich verbessern sie die Aktivitäten einer anderen Art von Immunzellen, die sich positiv als Schutz gegen eine Abwehrreaktion einsetzen lassen. Diese Zellen werden neben denen des Empfängers kultiviert. Dadurch wird das Immunsystem weiter gestärkt. In der Folge werden die Zellen gemeinsam injiziert. Bisher wurden Tests mit Patienten durchgeführt, denen eine Niere transplantiert worden war. Manche erhielten die Zellen vor, manche nach der Operation.

Hoffnung

Der leitende Wissenschaftler James Hutchinson betonte, dass das neue Verfahren sich immer noch in einem relativ frühen Entwicklungsstadium befinde. Die Ergebnisse mit diesen 17 Patienten seien jedoch vielversprechend. Es sei nun denkbar, dass Patienten nach einer Transplantation eine deutlich höhere Lebensqualität haben können und nicht mehr völlig von den komplizierten Einnahmevorschriften der Medikamente abhängig sind, berichtet BBC Online. (pte)

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