Freenet-Chef: Hohe Sonderkosten durch Debitel-Kauf

7. August 2008, 15:09
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"Eine Prognose für das Gesamtjahr ist seriös nicht zu erstellen"

Der Mobilfunk- und Internetdienstleisters Freenet will sich nicht auf Geschäftszielen für das laufende Jahr festlegen. "Eine Prognose für das Gesamtjahr ist seriös nicht zu erstellen", sagte Vorstandschef Eckard Spoerr am Donnerstag im Reuters-Interview. Das liege an der Übernahme von Debitel sowie an dem geplanten Verkauf des DSL-Geschäfts, der Mitte September bis Mitte Oktober abgeschlossen sein soll. "In diesem Jahr werden wir noch erhebliche Einmalaufwendungen durch den Zusammenschluss haben", sagte Spoerr. Zahlen nannte er nicht. Im ersten Halbjahr war der Gewinn um drei Viertel eingebrochen.

Bei der Hauptversammlung am Freitag hofft Spoerr auf breite Zustimmung für seine Strategie. "Wir sind zuversichtlich, dass wir die Mehrheit haben", sagte er. Sollte diese knapp ausfallen, sehe er sich dadurch aber nicht geschwächt. "Mehrheit ist Mehrheit", sagte Spoerr.

"Nach der HV soll Ruhe einkehren, dann bekommen wir die Möglichkeit, unsere Ziele konsequent umzusetzen, wozu gehört, dass sich das Verhältnis zu United Internet und Drillisch normalisiert." Freenet hatte Debitel gegen den Willen der beiden Aktionäre übernommen. Damit durchkreuzte Spoerr deren Plan, Freenet unter sich aufzuteilen. United Internet ist am DSL-Geschäft des norddeutschen Unternehmens interessiert, der Mobilfunkdienstleister Drillisch am Mobilfunkgeschäft.

Der frühere Debitel-Eigentümer Permira wurde mit der Übernahme neuer Freenet-Großaktionär. Der Finanzinvestor hält knapp 25 Prozent. (Reuters)

 

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