Lainzer Krankenschwestern aus Haft entlassen

7. August 2008, 15:12
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Haupttäterinnen nach 19 Jahren enthaftet - Eine der beiden hat bereits eine fixe Jobzusage, die zweite eine konkrete Arbeit in Aussicht

Wien - Die zwei Haupttäterinnen der Mordserie im Krankenhaus Lainz sind am Donnerstag aus der Justizanstalt Schwarzau entlassen worden.

Die Frauen verbrachten über 19 Jahre im Gefängnis. Sie galten als "Musterhäftlinge". "Sie haben immer fleißig gearbeitet, keine Schwierigkeiten gemacht, sich einer Psychotherapie unterzogen", schilderte Neuberger.

Die Frauen waren im April 1989 mit zwei Mittäterinnen festgenommen worden. Den Krankenschwestern wurde zur Last gelegt, lästige Patienten serienweise mittels Injektionen, Infusionen und sogenannter "Mundpflege" getötet zu haben. Im März 1991 wurden die beiden Hauptangeklagten wegen 15-fachen bzw. fünffachen Mordes und zahlreicher Mordversuche zu lebenslanger Haft verurteilt.

"Lebenslange" dürfen frühestens nach 15 Jahren beim zuständigen Vollzugsgericht einen Antrag auf Enthaftung einbringen. Im Fall der beiden Stationsschwestern wurden entsprechende Anträge viermal abgelehnt, obwohl ein psychiatrischer Sachverständiger ihre Entlassung befürwortet hatte.

Im heurigen Jahr stimmte schließlich auch das Vollzugsgericht zu: Es sei inzwischen ein "Entlassungsmilieu" gegeben, das eine geglückte Resozialisierung wahrscheinlich erscheinen lasse, hieß es. Die Betroffenen selbst erfuhren Mitte Juli, dass sie auf freien Fuß gesetzt werden, wobei ihnen das Vollzugsgericht drei konkrete Weisungen auferlegte: Sie müssen ihre Psychotherapie fortsetzen, Kontakt zu ihren Bewährungshelfern halten und allfällige Wohnortswechsel den Behörden bekanntgeben.

Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Wiedereintritt in die Gesellschaft jenseits der Gefängnismauern scheinen im gegenständlichen Fall gegeben. Die Frauen hatten sich jahrelang auf ihre mögliche Entlassung vorbereitet. Wohnmöglichkeiten sind vorhanden. Eine der beiden hat bereits eine fixe Jobzusage, die zweite eine konkrete Arbeit in Aussicht. (APA)

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