Laska will verpflichtendes Bildungsjahr mit Fünf

7. August 2008, 14:39
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Vizebürgermeisterin will Sprache und Sozialverhalten fördern - Kostenfrage bleibt unbeantwortet

Wien - Die Wiener Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Grete Laska spricht sich in der Debatte um die Gratis-Kinderbetreuung für ein "verpflichtendes Bildungsjahr mit Fünf" aus. Dabei gehe es um spielerische frühkindliche Pädagogik, betonte sie am Donnerstag. An welchem Ort dieses Vorschuljahr stattfinde, sei für sie sekundär. Fragen zur Aufteilung der Kosten ließ sie unbeantwortet.

Sprache und Sozialverhalten

"Einfach gesagt, die Kinder sollen nicht ein Jahr früher das kleine Einmaleins lernen", betonte Laska zu dem auch von Wiens Bürgermeister Michael Häupl  propagierten Modell. Es gehe um die Förderung von Sprache, Sozialverhalten sowie motorischen und kognitiven Fähigkeiten. "Das hat nichts mit jenem Lernen zu tun, das in einem Lehrplan festgeschrieben ist, der mit Rechnen, Schreiben und Sachkunde definiert ist", sagte sie in Hinblick auf die Sorge, dass Kinder zu früh verschult werden könnten.

Vorziehen der Schulpflicht

Die Forderung nach dem Vorziehen der Schulpflicht auf fünf Jahre werde von in- und ausländischen Experten unterstützt. "Die sagen, dass Frühkindpädagogik für alle Kinder umso besser ist, je früher sie beginnt, um gleiche Voraussetzungen für den Bildungsablauf zu haben", so Laska. In vielen Ländern gebe es dies bereits, in Skandinavien sogar noch früher als mit fünf Jahren.

Zweifel äußerte Laska an der Position der ÖVP. Sie kritisierte die Salzburger Familienlandesrätin Doraja Eberle , die sich in dieser Frage für eine Wahlfreiheit der Eltern ausgesprochen hatte. Dies stehe in komplettem Widerspruch zur Position von ÖVP-Obmann Wilhelm Molterer und des Wiener VP-Chefs Johannes Hahn, so die Vizebürgermeisterin: "Denn eine Verpflichtung ist nicht wahlfrei."

Schwerpunkt im Regierungsprogramm

Ob das Bildungsjahr künftig in Kindergärten oder Volksschulen abgehalten werden soll, ist für Laska nicht so wichtig und eher von den lokalen Gegebenheiten abhängig. Beim Personal plädierte sie für ein Miteinander von Kindergartenpädagogen und Lehrern. Konkrete Angaben zu den Zusatzkosten und deren Aufteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden wollte sie vor Beginn der Verhandlungen nicht machen.

Wichtig sei nun, den österreichweiten Konsens für die verpflichtende Bildung ab fünf Jahren zu finden. Sollte die SPÖ in der nächsten Bundesregierung vertreten sein, werde die Umsetzung ein Schwerpunkt im Regierungsprogramm sein, so Laska. (APA)

 

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