Neuer Sozialplan ab Mitte August

7. August 2008, 14:30
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Post-Chef Wais startet mit der Restruk­turierung in Vorbereitung auf die Brief-Liberalisierung 2011, mit Hilfe eines neuen Sozialplans sollen 300 Leute abgebaut werden

Wien - Post-Chef Anton Wais startet mit der Restrukturierung in Vorbereitung auf die Brief-Liberalisierung 2011. Im Rahmen der Strategieklausur am 12. und 13. August wird ein neuer Sozialplan beschlossen, berichtet das Magazin "Format" vorab. Post-Gewerkschaftschef Gerhard Fritz bestätigt demnach: "Wir haben unterschrieben."

Beamtete Postler, die über 50 Jahre alt sind und einen Golden Handshake annehmen, streifen 45 Monatsgehälter (brutto) ein. Unter 50-Jährige erhalten 36 Monatsbezüge. Der Sozialplan gilt von 14. August 2008 bis Ende 2009. Wenigstens 300 Leute sollen auf diese Weise abgebaut werden.

Auch Teilzeitarbeit wird gefördert: Beamte, die nur noch 30 Wochenstunden oder weniger tätig sein wollen, kriegen je nach Dauer der Reduzierung und je nach Alter den 4fachen bis 22fachen Betrag, um den sie monatlich weniger verdienen. Nicht so großzügig werden Post-Angestellte bedacht. Sie kassieren, abhängig von den Dienstjahren, zwischen sechs und 18 Monatsgagen, wenn sie das Unternehmen verlassen. Nur Angestellte, die über 50 Jahre alt sind, haben ebenfalls Anspruch auf 45 Gehälter, schreibt das "Format".

Umsatzrückgang durch Liberalisierung

Der Post-Vorstand wird dem Aufsichtsrat nächste Woche auch die Mittelfristplanung präsentieren. Im realistischen Szenario, dass Konkurrenten ab 2011 bei der Briefzustellung in den Ballungsräumen angreifen werden, geht das interne Papier von 226 Mio. Euro weniger Umsatz im Jahr 2015 aus und 173 Mio Rückgang im Betriebsergebnis, berichtet das Magazin.

Exakte Vorschläge für Gegenmaßnahmen will der Aufsichtsrat zu Jahresende am Tisch haben. Details will Wais daher noch keine nennen. Er sagt zur Restrukturierung nur: "Wir werden mit höherer Geschwindigkeit vorgehen als erwartet. Und wir starten schon 2008."

Preisdifferenzierung

Laut FORMAT gibt es folgende interne Überlegungen: Die Post soll das Recht haben, Preise regional zu differenzieren. Derzeit kostet das Briefporto österreichweit 55 Cent. Die Konkurrenz wird in Ballungsräumen wie Wien oder dem Großraum Linz mit Preisen um die 35 Cent hineinfahren. Dort will die Post schon ab 2010 ebenfalls billiger werden.

Weiters soll der Regulator soll eine Lizenzgebühr für die Briefzustellung von einem Euro pro Adresse und Monat festsetzen. Die hätte auch die Post zu bezahlen, die Hürde für private Mitbewerber würde aber höher. Schon heuer soll eine Offensive für einen Branchen-Kollektivvertrag für die Briefzustellung gestartet werden. (APA)

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    Im Rahmen der Strategieklausur am 12. und 13. August wird ein neuer Sozialplan beschlossen.

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