Ikea spürt teure Rohstoffe, aber keine Konsumflaute

7. August 2008, 14:23
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Der Möbel-Händler profitiert von preisbe­wussteren Kunden. In Großbritannien steigt Ikea nun auch in das Handygeschäft ein - für Österreich sei das aber kein Thema

Wien - Die Konjunkturdelle und der flaue Konsum werden bei Ikea Österreich keinen Kratzer hinterlassen, ist Konzernchefin Helen Duphorn überzeugt. Weder der Umsatz noch die Zahl der Kunden seien in diesem Jahr zurückgegangen. Wirtschaftlicher Abschwung komme der Möbelkette sogar entgegen, da sich Konsumenten nach günstigerer Einrichtung umschauten.

Belastend seien die steigenden Rohstoffkosten. Ikea müsse viel investieren, um sie abzufedern, sagt Duphorn. Die Preise des Konzerns sollen im neuen Geschäftsjahr dennoch um 0,2 Prozent sinken. Der Marketingaufwand wurde erhöht. Von offensiven Preisschlachten sei man mittlerweile allerdings abgekommen.

Ziel bleibt Marktführer

Am Ziel, Marktführer in Österreich zu werden, halten die Schweden fest. Derzeit kommen sie mit einem Umsatz von rund 500 Millionen Euro auf einen Marktanteil von zwölf bis 13 Prozent. Konkurrent Kika steht bei fast 20 Prozent. Auch Lutz hängt das Unternehmen deutlich ab. Mit dem neuen Standort in Klagenfurt - eröffnet wird im November - erhöhe sich der Marktanteil um ein bis zwei Prozent. Ziel bleibe zudem ein dritter Einrichtungsmarkt in Wien. Duphorn bezweifelt jedoch, dass sich das Projekt kurzfristig umsetzen lässt.

Ikea hat die Ladenöffnung wie berichtet einmal mehr deutlich erweitert - und gibt die Hoffnung auf einen Sonntagseinkauf nicht auf. Österreich könne sich dem offenen Sonntag auf Dauer nicht entziehen, der erste Schritt in diese Richtung müsse aber aus Deutschland kommen, meint Duphorn. (vk, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.8.2008)

 

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    Bei Ikea Österreich spürt man eine Konjunkturdelle derzeit nicht.

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