Direkter Draht zur Behörde "verglüht"

7. August 2008, 13:54
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Beim Gouverneur der ostchinesischen Provinz Jiangxi, Wu Xinxiong, sind in den vergangenen Tagen im wahrsten Sinne des Wortes die Telefone heiß gelaufen

Nanchang/Wien - Beim Gouverneur der ostchinesischen Provinz Jiangxi, Wu Xinxiong, sind in den vergangenen Tagen im wahrsten Sinne des Wortes die Telefone heiß gelaufen. Wu hatte eine Hotline eingerichtet, die Beschwerden wegen akuter Wohnungsprobleme in der Region entgegen nehmen sollte. Auf den beiden genannten Handynummern riefen aber so viele Bürger an, dass die bereitgestellten Mobiltelefone innerhalb von nur fünf Tagen den Geist aufgaben, berichtet die englischsprachige Staatszeitung "China Daily" am Donnerstag.

Die Telefonnummern - jene von Vizegouverneur Shi Wenqing und des Bürgermeisters von Nanchang, Hu Xian - wurden am vergangenen Freitag veröffentlicht, doch schon am Dienstag brach die Hotline völlig zusammen, schreibt die Zeitung. Mehr als 2.000 Anrufe und über 1.000 Textmitteilungen innerhalb von fünf Tagen waren offenbar zu viel für die Behörden-Handys. Nun stehen fünf Hotlines zur Verfügung, und sie sind auch rund um die Uhr besetzt statt 16 Stunden täglich wie bisher.

In der Provinz herrscht viel Unmut wegen Unregelmäßigkeiten beim Verkauf von Sozialwohnungen. Viele Antragsteller sollen nämlich falsche Angaben über ihre Einkommenssituation gemacht haben, um eine der begehrten staatlich subventionierten Immobilien zu bekommen. Dies führte dazu, dass viele "wirkliche" Arme durch die Finger schauten.

Allerdings rief nur ein Fünftel der Benutzer der Hotline wegen Wohnungsproblemen an. Die anderen nutzten den ungewohnten Direktzugang zu den Behörden, um Dampf wegen Nachbarschaftsstreitigkeiten, sozialen Problemen oder Schwierigkeiten am Arbeitsplatz abzulassen. Einige hätten auch nur angerufen, "um herauszufinden, ob die beiden Nummern wirklich echt sind", schreibt die Zeitung unter Berufung auf das Büro des Gouverneurs. Die von 41 Millionen Menschen bewohnte Binnenprovinz zählt zu den ärmsten Regionen Chinas. (APA)

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    Manch Bürger nutzte die Gelegenheit um herauszufinden, ob die Nummern wirklich echt seien.

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