Olympia: Plassnik kritisiert geschlechterspezifische Diskriminierung

7. August 2008, 13:38
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Die Benachteiligung von Frauen durch islamische Olympia-Teilnehmerländer darf nicht hingenommen werden, so die Außenministerin - Sport soll "Türöffner" sein

Wien - Ursula Plassnik hofft darauf, dass die Austragung der Olympischen Spiele in Peking eine "Langzeitwirkung" zugunsten des Menschenrechtsschutzes in China haben wird. "Niemand hat ernsthaft erwartet, dass mit den Olympischen Spielen die demokratischen und menschenrechtlichen Defizite in China mit einem Schlag, von einem Tag auf den anderen, gelöst werden", teilte Plassnik am Donnerstag in einer Aussendung mit. Man solle sich daher "von bedauerlichen Entwicklungen vor und während der Spiele nicht entmutigen lassen".

Meinungsfreiheit

Plassnik wies darauf hin, dass sich der Sport schon in der Vergangenheit als "Türöffner" verwiesen habe. Die Olympischen Spiele seien ein "Brennglas, das die Aufmerksamkeit der Welt für einen Zeitraum auf einen gewissen Ort konzentriert". Es gelte, auf Lernprozesse zu setzen, die eine Stärkung der Zivilgesellschaft und nachhaltige gesellschaftliche Veränderungen mit sich bringen. Die Außenministerin forderte insbesondere eine Verbesserung der Meinungsfreiheit und der Minderheitensituation in China, hob aber zugleich auch Verbesserungen wie die im Vorjahr eingeführte Überprüfung aller Todesstrafen durch den Obersten Volksgerichtshof sowie ein neues Gesetz gegen Wahlfälschungen auf lokaler Ebene hervor.

Berufung auf Religion oder Kultur

Die Außenministerin betonte, dass bei Olympia nicht nur das Gastland im Scheinwerferlicht stehe, sondern auch die teilnehmenden Nationen. "In diesem Zusammenhang ist es erschütternd, dass einige Nationen wie Brunei, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate mit Berufung auf Religion oder Kultur keine Frauen zu den Spielen entsenden und andere Staaten Einschränkungen für deren Teilnahme setzen. Das ist geschlechterspezifische Diskriminierung, die nicht hingenommen werden darf. Hier ist auch das Internationale Olympische Komitee gefordert".

Plassnik betonte, dass die Olympischen Spiele nicht für Gewaltakte missbraucht werden dürften und äußerte die Hoffnung, dass sie "ein Fest der Freude, der Verständigung und des Friedens werden". (APA)

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    Plassnik: "Spiele dürfen nicht für Gewaltakte missbraucht werden".

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