Anglikaner-Oberhaupt: Homosexuelle sind laut Bibel keine SünderInnen

7. August 2008, 12:39
22 Postings

VertreterInnen der liberalen Linie erhalten im Streit der Anglikanischen Kirche Rückenwind durch frühere Aussagen des heutigen Erzbischofs von Canterbury

London - Im Streit der Anglikanischen Kirche um das Thema Homosexualität erhalten Vertreter einer liberalen Linie Rückenwind durch frühere Aussagen des heutigen Erzbischofs von Canterbury. Kurz bevor Rowan Williams 2002 zum geistliche Oberhaupt der AnglikanerInnen wurde, hatte er in Briefen homosexuelle Beziehungen verteidigt und sie mit der Ehe verglichen. Solche Beziehungen würden genauso wie Ehen die Liebe Gottes widerspiegeln, solange sie von Dauer seien, zitiert die Tageszeitung "The Times" am Donnerstag aus den privaten Briefen Williams' an eine Psychiaterin in seiner früheren Erzdiözese in Südwales.

Freizügigkeit ist Sünde

Aus seiner Sicht verurteile die Bibel sexuelle Freizügigkeit als Sünde, nicht aber Menschen, die von Natur aus homosexuell seien, berichtet die "Times" weiter. Das Verbot richte sich vielmehr an Heterosexuelle, die nach sexueller Abwechslung suchten. Auf die Äußerungen aus den Jahren 2000 und 2001 angesprochen, verwies der erzbischöfliche Lambeth Palace lediglich auf ein Williams-Interview, in dem der Erzbischof von Canterbury kürzlich sagte: "Wenn ich als Bischof unterrichte, lehre ich das, was die Kirche lehrt. In umstrittenen Fragen muss ich lehren, was die Kirche sagt."

Bis vor wenigen Tagen hatten Anglikanische Bischöfe aus aller Welt in wochenlangen Beratungen vergeblich versucht, die Spaltung ihrer Kirche beim Streitthema Homosexualität zu überwinden. Bei der sogenannten Lambeth-Konferenz konnten sie sich nicht auf ein Grundsatzdokument einigen, das gemeinsame Positionen der Kirche zu schwulen Geistlichen, gleichgeschlechtlichen Paaren sowie zu Frauen in Bischofsämtern enthält. Die Lambeth-Konferenz in Canterbury ist das wichtigste Abstimmungsgremium zu Grundsatzfragen der anglikanischen Kirche. Sie findet nur alle zehn Jahre statt. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Nach früheren Aussagen des Erzbischofs von Canterbury verurteile die Bibel sexuelle Freizügigkeit als Sünde, nicht aber Menschen, die von Natur aus homosexuell seien.

Share if you care.