Neue Studien belegen Erfolge konsequenter Nichtraucherschutz-Politik

7. August 2008, 12:22
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Ärztekammer: deutlicher Rückgang von Herz- krankheiten und Atem- wegsproblemen - Keine negativen ökönomischen Effekte für Gastronomie

Wien - Erneut hat eine medizinische Studie belegt, dass in Ländern mit absolutem Rauchverbot schon bald nach dessen Einführung signifikante Gesundheitsverbesserungen erzielt werden können. Darauf weist heute die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) hin. So berichtet das renommierte "New England Journal of Medicine" in seiner Ausgabe Ende Juli (Volume 359:482-491, July 31,2008, Nr.5) , dass in Schottland die Zahl der Spitalseinweisungen wegen akuten Koronarsyndroms seit März 2006 um 17 Prozent zurück gegangen ist.

Damals war ein absolutes Rauchverbot in geschlossenen öffentlichen Räumen eingeführt worden. Die Zahl der Spitalseinweisungen wegen dieses Herzproblems nahm danach rapide von 3235 auf 2684 ab.

Eklatante Gesundheitsverbesserungen

Ähnliche Ergebnisse wurden in den zurückliegenden Jahren auch für andere Länder, etwa Italien, publiziert. Fast gleichzeitig berichtete die ebenso renommierte und weltweit bekannte Fachzeitschrift "The Lancet" in ihrer Juliausgabe (Vol 9) über wissenschaftliche Evidenzen, dass konsequente Nichtraucherschutz-Politik zu eklatanten Gesundheitsverbesserungen für die Bevölkerung führt.

So ist laut einer aus 17 Nationen zusammengesetzten Arbeitsgruppe der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), Lyon, aufgrund der Forschungslage erwiesen, dass gesetzliche Rauchverbote die Rate tödlicher Herzerkrankungen reduzieren und die Raucherquote bei Erwachsenen durch rauchfreie Arbeitsplätze zurückgeht. Gleichfalls reduzieren laut IARC eine Politik der Rauchfreiheit und Regeln für rauchfreie Wohnungen auch den Tabakkonsum von Jugendlichen.

Keine Nachteile für Gastronomie

Auch Passivrauchen geht durch entsprechende Vorgaben zurück. Evidenzen gebe es auch für die Tatsache, dass Rauchverbote zu keinen Geschäftsverlusten in der Gastronomie führten. Wörtlich heißt es im "Lancet"-Artikel unter anderem: "Durch die Politik der Rauchfreiheit konnte die Gesundheit und Produktivität von Beschäftigten verbessert und die Zahl der Versicherungskosten, Kosten für Reinigung, Instandsetzung und mögliche Rechtsstreitigkeiten gesenkt werden.

Eine Politik genereller Rauchfreiheit hatte netto keinen negativen ökonomischen Effekt für Restaurants und Bars. Es gibt ausreichende Evidenzen, dass eine Politik der Rauchfreiheit die Konjunktur der gastronomischen Industrie nicht einschränkt." In den meisten der weltweit publizierten Studien zu den Effekten genereller Rauchverbote seien auch schnelle Verbesserungen von Atemwegsproblemen oder sensorischer Einschränkungen beobachtet worden. ArbeitnehmerInnen hätten jedenfalls auch davon profitiert. (red)

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