Zwei Strafzettel wegen quietschender Reifen- ÖAMTC: Nicht zulässig

7. August 2008, 09:57
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Die Polizei sieht das anders: Der Lenker habe sowohl "ungebührlichen Lärm" als auch "üblen Geruch" verursacht


Linz - Gleich zwei Strafzettel hat ein Oberösterreicher kassiert, weil er mit quietschenden Reifen in die Kurve gefahren ist, berichtete die "Kremstaler Rundschau". Für die ÖAMTC-Juristin Silvia Winklhamer ist das "definitiv nicht zulässig". Die Polizei sieht das aber anders: Der Lenker habe schließlich sowohl "ungebührlichen Lärm" als auch "üblen Geruch" verursacht.

Der 20-jährige Techniker aus dem Bezirk Kirchdorf war direkt vor den Augen zweier Streifenbeamter rasant abgebogen. Deshalb wunderte es den Mann nicht, als die Polizisten wenig später an der Haustür klingelten und die Fahrzeugpapiere sehen wollten. Dann hätten aber beide ihren Block gezückt und jeweils eine Organstrafverfügung ausgestellt. Die Strafzettel gleichen einander bis ins Detail: selbe Uhrzeit, selber Ort, selbes Delikt. Nur die Unterschriften der Beamten sind nicht ident.

Der Verkehrssünder hat die beiden Strafen zu je 21 Euro sofort bezahlt, um keine Anzeige zu riskieren. Laut ÖAMTC-Rechtsservice hätte er das nicht tun müssen.

Der Kirchdorfer Bezirkspolizeikommandant Hans-Peter Vertacnik rechtfertigte hingegen die Vorgehensweise: "Es gibt für die Polizei im Paragraf 102 Absatz 4 Kraftfahrgesetz zwei Tatbestände. Einerseits die Verursachung ungebührlichen Lärms, andererseits die Herbeiführung von Rauch und üblen Geruchs." Weil der 20-Jährige von den Beamten bei einer Vollbremsung erwischt wurde und anschließend mit quietschenden Reifen weggefahren sei, seien beide Tatbestände erfüllt gewesen. Beide Vergehen seien mit 21 Euro zu ahnden. (APA)

 

 

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