Dresdner Bank steckt tief in der Krise

7. August 2008, 09:18
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Neue Abschreibungen führten im abgelaufenen Vierteljahr zum vierten Quartalsverlust in Folge, die Gesamtbelastungen summieren sich mittlerweile auf mehr als drei Milliarden Euro

Frankfurt - Die Dresdner Bank kommt nicht aus der Krise. Neue Abschreibungen führten im abgelaufenen Vierteljahr zum vierten Quartalsverlust in Folge. Als einzige große deutsche Geschäftsbank schrieb das Institut damit während der gesamten Finanzkrise rote Zahlen. Die Gesamtbelastungen für die Traditionsbank summieren sich mittlerweile auf mehr als drei Mrd. Euro. Das liegt deutlich über den Abschreibungen der Commerzbank und der Deutschen Postbank, reicht aber an die der Deutschen Bank heran nicht heran.

Die Allianz bezifferte den Nettoverlust für die zum Verkauf stehende Problemtochter am Donnerstag mit 545 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor hatte sie noch einen Gewinn von knapp 400 Mio. Euro erwirtschaftet. Negativ zu Buche schlugen mehr als 700 Mio. Euro Abschreibungen bei der Investmentbank Dresdner Kleinwort im Zusammenhang mit der Finanzkrise. Das Ergebnis fiel weit schlechter aus als erwartet. Analysten hatten im Schnitt mit einem Verlust von knapp 200 Mio. Euro gerechnet.

Auch operativ machte die Dresdner Bank trotz Kostensenkungen von gut elf Prozent keinen Boden gut. Hier fiel ein Verlust von 568 Mio. Euro an. Neben dem Investmentbanking bekamen auch das Privat- und Firmenkundengeschäft die Krise zu spüren. Der Gewinn der Sparte, die bis Ende August vom Investmentbanking abgespalten werden soll, sank um ein Drittel auf 121 Mio. Euro. Wegen der schwachen Kapitalmärkte hätten sich die Kunden mit Wertpapiergeschäften zurückgehalten. Dies drückte den Provisionsüberschuss um 22 Prozent.

"Keine Prognose möglich"

"In diesem Umfeld ist eine verlässliche Prognose insbesondere für das Bankgeschäft nicht möglich", erklärte die Allianz, die konzernweit die Gewinnerwartungen zurücknahm.

Die Allianz spricht Finanzkreisen zufolge mit Interessenten über einen Verkauf der Dresdner Bank, deren Wert Analysten auf gut acht Mrd. Euro schätzen. Dabei seien die Gespräche mit der Commerzbank am weitesten fortgeschritten, hieß es. Allerdings erschwert die Finanzkrise die Buchprüfung, da das Ausmaß der Risiken in den Bilanzen schwer abzuschätzen ist.

Die Dresdner Bank hat ihre als "kritische Vermögenswerte" bezeichneten Engagements im zweiten Quartal weiter reduziert. Von forderungsbesicherten Wertpapieren (ABS), die besonders unter Kursverlusten leiden, hat die Bank netto noch 4,6 Mrd. Euro in den Büchern, Ende des ersten Quartals waren es noch 8,1 Mrd. Euro. Das kritische Engagement in Papiere mit Garantien der kriselnden US-Kreditversicherer bezifferte der Konzern auf 3,3 Mrd. Euro. (APA/Reuters)

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