Anschlag auf Armeehauptquartier fehlgeschlagen

7. August 2008, 09:23
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Täter warfen mehrere Handgranaten und flüchteten auf Motorrad - drei Arbeiter leicht verletzt

Istanbul - Ein Granatenangriff, der am Donnerstag in Istanbul drei Verletzte forderte, soll einem Bericht des türkischen Fernsehsender NTV zufolge einem Armeehauptquartier gegolten haben. Ursprünglich waren die Sicherheitsbehörden davon ausgegangen, dass vier von einem Friedhof abgefeuerte Granaten einem städtischen Verwaltungsgebäude gegolten hätten.

Drei der Geschoße landeten auf dem Friedhof, ein vierte traf ein Fahrzeug der städtischen Müllabfuhr in der Nähe der Selimiye Kaserne. Dort befindet sich das Hauptquartier der Ersten Türkischen Armee, die die Grenze zu Bulgarien und Griechenland sichert. Die Sicherheitsbehörden leiteten eine Untersuchung ein.

Augenzeugen im Stadtteil Üsküdar auf der asiatischen Seite der türkischen Millionenstadt berichteten im türkischen Fernsehen von insgesamt drei Explosionen, die sich kurz hintereinander auf einem Parkplatz für städtische Müllfahrzeuge in der Nähe des Sitzes der Stadtverwaltung von Üsküdar ereignet hätten. Drei Arbeiter wurden dabei leicht verletzt.

Eine Frau und ein Mann sollen laut den Augenzeugenberichten von einem Motorrad aus mehrere Handgranaten geworfen haben. Der Istanbuler Polizeipräsident Cellattin Cerrah sagte, die Ermittler schlössen einen Bombenanschlag nicht aus.

Die Explosionenin den Morgenstundenkönnten aber auch das Resultat von Gasbildung innerhalb von Müllcontainern gewesen sein, sagte Cerrah.

Durch die Wucht der Detonationen gingen in der Umgebung mehrere Fensterscheiben zu Bruch. Zudem entstand erheblicher Schaden an einigen Müllfahrzeugen. Die Frau und der Mann, die nach Augenzeugenberichten nach den Explosionen auf ihrem Motorrad flohen, wurden zu Mittag noch gesucht.

Am 27. Juli waren bei zwei Bombenexplosionen im Istanbuler Stadtteil Güngören auf der europäischen Seite der Stadt 17 Menschen getötet worden. Mehr als 150 Menschen wurden verletzt. Die türkischen Behörden beschuldigten Mitglieder der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) der Tat. Die PKK erklärte, sie habe nichts mit dem Anschlag zu tun gehabt.

Auch einige türkische Medien meldeten Zweifel an der Schuldzuweisung der türkischen Behörden an. Die wahren Täter von Güngören seien weiterhin auf freiem Fuß, meldete die unbabhängige Zeitung "Taraf" am Donnerstag. (APA/Reuters)

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