Premiere sieht mehr Verlust

7. August 2008, 08:53
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Trotz eines Umsatzwachstums musste der deutsche Abo-TV-Sender im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 37,8 Millionen Euro hinnehmen

München - Der deutsche Abo-Fernsehsender Premiere hat im zweiten Quartal seinen Verlust trotz steigender Umsätze ausgeweitet. Die Erlöse stiegen zum Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf 272,4 Mio. Euro, wie Premiere am Donnerstag in München mitteilte. Der Nettoverlust belief sich auf 37,8 Mio. Euro, Analysten hatten nur mit einem Minus von 25 Mio. Euro gerechnet. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen wuchs um 9,3 Prozent auf 11,2 Mio. Euro.

Der Gewinn sei erneut durch Sicherheitslücken in der Verschlüsselung des Programms belastet worden, hieß es. Diese "Piraten"-Zuschauer will Premiere als Kunden werben. Im zweiten Halbjahr werde der Pay-TV-Sender stark wachsen, viele Kunden gewinnen und den Umsatz pro Kunde erhöhen, sagte Vorstandschef Michael Börnicke. Im zweiten Quartal stieg die Zahl der Abonnenten (einschließlich Arena) um 19,7 Prozent auf 4,16 Millionen.

2009 wieder mit Gewinn

Der deutsche Bezahlsender will nach einer längeren Durststrecke im kommenden Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben. "Ich erwarte, dass wir 2009 wieder einen Gewinn einfahren", sagte Vorstandschef Michael Börnicke am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz. Neben einer neuen Preis- und Angebotsstruktur soll auch ein neues Sicherheitssystem gegen Schwarzseher für neue Kunden sorgen.

Der Sender hatte zum ersten und bisher einzigen Mal im Jahr 2005 einen Gewinn gemacht. Im zweiten Quartal dieses Jahres war unterm Strich ein Verlust von 37,8 Mio. Euro angefallen.

Mit Blick auf die Vergabe der Bundesliga-Rechte gab sich Börnicke zuversichtlich, für Premiere den Zuschlag zu erhalten. Wie genau eine mögliche Übertragung aber aussehen könnte, sei derzeit noch offen. Er rechne damit, dass das Bieterverfahren bis spätestens Weihnachten abgeschlossen sein sollte. Eine genaue Progose für dieses und nächstes Jahr will Börnicke angesichts der Unsicherheit bei der Bundesliga erst im November wagen. (APA/Reuters)

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