Deutsche Telekom mit Ergebnisrückgang

7. August 2008, 10:53
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Im zweiten Quartal zeigte sich die Deutsche Telekom belastet vom schwachen Dollar, die Prognose für das laufende Jahr bleibt unverändert

Bonn - Das massive Sparprogramm bei der Deutschen Telekom trägt Früchte. Der Gewinn stieg im ersten Halbjahr bereinigt um Sondereffekte um 21,9 Prozent auf 1,38 Mrd. Euro. Telekom-Chef René Obermann erklärte am Donnerstag in Bonn, die guten Finanzzahlen gingen "zu einem erheblichen Teil auf unsere Maßnahmen zur Kostensenkung" sowie auf "Wachstumsinitiativen im Breitbandgeschäft" zurück. Beeinträchtigt wurde das Ergebnis durch beschleunigte Kundenverluste im Telefonnetz und den starken Euro.

Der Konzernumsatz der Deutschen Telekom sank in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3 Prozent auf 30,1 Mrd. Euro. Obermann wies darauf hin, dass Wechselkursveränderungen den Umsatz mit 1,2 Mrd. Euro negativ beeinflusst hätten. Ohne diese Effekte wäre er um 0,8 Prozent gestiegen. Die Bargeldbestände der Telekom (Free Cash-Flow) vor Ausschüttung stiegen um 58,2 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank bereinigt um 0,5 Prozent auf 9,54 Mrd. Euro.

Die Zahl der Deutsche Telekom-Mitarbeiter insgesamt sank um 2,8 Prozent auf fast 236.000. In Deutschland ging die Beschäftigtenzahl um 11.500 oder 7,5 Prozent auf etwa 142.000 zurück, im Ausland wuchs die Mitarbeiterzahl um 4.600.

Kundenverlust im Festnetz

In der deutschen Festnetzsparte T-Home verlor die Telekom erneut massiv Telefonkunden. Obermann bezifferte den Verlust auf rund 653.000 Anschlüsse im zweiten Quartal. Im entsprechenden Vorjahresquartal waren es 516.000. Grund sei die nach einer Regulierungsentscheidung jetzt mögliche vollständige Umstellung von Anschlüssen auf Internetbasis. Wiederverkäufer nutzen dann nicht mehr wie bisher die Telekomtechnik für Sprachtelefonie. Für das erste Halbjahr liege der Verlust bei 1,2 Mio. Kunden und damit am unteren Rand der Prognose eines Rückgangs der Anschlusszahlen um 2,5 Mio. bis 3 Mio. für das Gesamtjahr.

Positiv entwickelte sich das DSL-Geschäft. Mit 340.000 neuen Anschlüssen habe die Deutsche Telekom im siebten Quartal in Folge einen Neukunden-Marktanteil von über 40 Prozent erzielt. Sehr erfreulich laufe zudem der Mobilfunk, erklärte Obermann. In Deutschland habe T-Mobile im zweiten Quartal mit einem Ebitda-Plus von 4,3 Prozent erstmals seit drei Jahren wieder zugelegt. Auch beim Umsatz gebe es Anzeichen für eine Stabilisierung. Die Kundenzahl im Mobilfunk wuchs weltweit um 8,7 Prozent auf 125 Mio.. In Deutschland lag das Plus bei 11,9 Prozent auf 38,4 Mio..

Sorgenkind bleibt die Geschäftskundensparte T-Systems. Der Umsatz sank um 10,2 Prozent auf 5,3 Mrd. Euro. Obermann verteidigte den kürzlich angekündigten Personalabbau als notwendig, um wettbewerbsfähige Preise anbieten zu können. Der Abbau solle möglichst sozialverträglich erfolgen.

Obermann erklärte, der Konzern erwarte, seine Finanzziele für das Geschäftsjahr 2008 erreichen zu können. Das bedeute ein bereinigtes Ebitda von 19,3 Mrd. Euro sowie einen Free Cash-Flow vor Ausschüttung von 6,6 Mrd. Euro, was praktisch dem Niveau von 2007 entspräche.

An der Börse kamen die Zahlen gut an. Die Telekom habe die Erwartungen erfüllt, erklärte Dresdner-Bank-Analyst Chris-Oliver Schickentanz. Der Aktienkurs legte zeitweise fast 3 Prozent zu und lag am Nachmittag rund 1 Prozent im Plus. (APA/AP)

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