Schlechtere Getreideernte, weniger Ertrag

6. August 2008, 17:43
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Im Juni sah es noch so aus, als ob es heuer zu einer Rekord-Getreideernte kommen würde. Der viele Regen im Juli aber hat diese Hoffnungen zunichte gemacht

Wien - Im Juni sah es noch so aus, als ob es heuer zu einer Rekord-Getreideernte kommen würde. Der viele Regen im Juli aber hat diese Hoffnungen zunichte gemacht. Die Bauern sitzen auf rund 400.000 Tonnen von geschädigtem Weizen, der bestenfalls als Futtergetreide oder aber zur Verspritung in der Bioethanolanlage Pischelsdorf des Zuckerkonzerns Agrana taugt.

Hoffnung und Zurückhaltung

"Wir hoffen, dass der Weizen in Pischelsdorf verwendet werden kann" , sagt Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst-Betriebe Österreich. "Das wäre die entscheidende Marktentlastung.
Bei der Agrana allerdings ist man diesbezüglich zurückhaltend. "Wir sind über Kontrakte mit Bauern bereits sehr gut versorgt" , sagt Agrana-Pressesprecherin Ulrike Pichler. Wie viel der Konzern noch zukaufen muss, verrät sie nicht. Außerdem müsse bei dem ausgewachsenen Weizen von Fall zu Fall entschieden werden, ob er überhaupt zur Verspritung herangezogen werden kann.
Montecuccoli bemerkt bereits, dass aufgrund der schlechten Ernte die Preise hinunterrasseln. Allein bei dem Weizen mit niedriger Qualität um zehn Prozent im letzten Monat; diese könnten nun lediglich mit Preisabschlägen von bis zu 50 Prozent verkauft werden. Gleichzeitig gibt es bei den Kosten für Betriebsmittel (Dünger, Diesel) keine Entwarnung.
Besonders von dieser Situation betroffen sind Getreidebauern im Wein- und Waldviertel, im Alpenvorland und im Mühlviertel. Burgenland und Marchfeld, wo vor den Regenfällen geerntet werden konnte, seien nicht betroffen. Wegen Aufhebung der Stilllegungsverpflichtung werden heuer rund 600.000 Tonnen mehr Getreide erzeugt werden.

Internationaler Markt

Keine Entspannung gibt es auch auf den internationalen Märkten. Insgesamt werden heuer 1,7 Milliarden Tonnen Getreide erwartet. Das ist zwar eine gestiegene Produktion, da aber der Verbrauch laut Internationalem Getreiderat stärker zunimmt, wird erwartet, dass auch die internationalen Lagerbestände nur gering werden. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.8.2008)

 

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