Diakonie fordert Inflationsautomatik

6. August 2008, 17:04
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Geplante Erhöhung des Pflegegeldes um fünf Prozent "absolute Untergrenze"

Wien - Als "unzureichend" bezeichnen die Hilfsorganisationen die von Sozialminister Erwin Buchinger (SPÖ) vorgeschlagenen Maßnahmen im Pflegebereich.

Die geplante Erhöhung des Pflegegeldes um fünf Prozent sei die "absolute Untergrenze". Besser als willkürliche Erhöhungen sei ohnehin eine automatische jährliche Inflationsanpassung, fordern Rotes Kreuz und Diakonie. "Es kann nicht sein, dass die Erhöhung der Pflegegelder nur zu Wahlkampfzeiten möglich ist", sagte Diakonie-Direktor Michael Chalupka zum Standard. Insgesamt hat das Pflegegeld seit seiner Einführung 17 Prozent an Wert verloren.

Die Unantastbarkeit von Vermögen, wie für die 24-Stunden-Pflege vorgesehen, müsse für alle Pflegeformen gelten, so eine weitere Forderung der Hilfsorganisationen. Schließlich gehe es bei der 24-Stunden-Pflege nur um rund 5 Prozent der Betroffenen. Zudem wird kritisiert, dass nur bestimmte Modelle wie die stationäre Pflege oder eben die 24-Stunden-Pflege staatlich gefördert werden. "Es gibt vieles dazwischen. 80 Prozent der Pflegebedürftigen werden von überwiegend weiblichen Familienangehörigen gepflegt", sagt Chalupka. Diese Frauen, meist zwischen 40 und 60 Jahren, müssten oft ihren Job aufgeben und hätten schlechte Pensionsaussichten. "Da braucht es Förderangebote, etwa ein flächendeckendes Angebot an Tagesbetreuungsstätten oder ein legales Acht-Stunden-Modell", fordert die Diakonie. (Katharina Weißinger/DER STANDARD, Printausgabe, 7.8.2008)

 

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