Münchener Rück will Dividende halten

6. August 2008, 14:43
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Trotz des Gewinneinbruchs im ersten Halbjahr will der weltweit zweitgrößte Rückversicherer an seiner Dividende von 5,50 Euro pro Aktie festhalten

München - Trotz eines deutlichen Gewinneinbruchs will die Münchener Rück nicht an ihrer Dividende sparen. Für das laufende Jahr will der weltweit zweitgrößte Rückversicherer mindestens den Vorjahreswert von 5,50 Euro pro Anteil zahlen, wie er am Mittwoch in München ankündigte. Der Konzern rechnet seit einer Gewinnwarnung vom 25. Juli mit einem Jahresgewinn von "deutlich über zwei Mrd. Euro" und nicht mehr mit den ursprünglich angekündigten 3,0 bis 3,4 Mrd. Euro.

Im ersten Halbjahr sackte der Gewinn der Münchener Rück um ein Drittel auf 1,4 Mrd. Euro ab. Vor allem das Ergebnis aus Aktien und Immobilienanlagen schlug sich negativ nieder. Es stürzte im Zuge der von der Finanzmarktkrise ausgelösten Turbulenzen regelrecht ab und lag bei Minus 267 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum war aus diesem Bereich noch ein Plus von rund 2,0 Mrd. Euro gekommen.

Deutlich sind die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auch im Kapitalanlagevermögen der Münchener Rück zu sehen. Es ging um 10 Mrd. auf 166 Mrd. Euro zurück. Vor allem sinkende Aktienkurse und Währungsschwankungen seien dafür verantwortlich, erklärte der Konzern, mit Verkäufen habe man sich dagegen bewusst zurückgehalten.

Keine versteckten Risiken

Bei gleichbleibenden Kursen drohten aber keine verstecken Risiken, betonte Finanzvorstand Jörg Schneider. Möglichen Abschreibungen von etwa 1 Milliarde Euro stünden nicht realisierte Gewinne von 3,4 Mrd. Euro gegenüber. Insgesamt habe der Konzern dank seines ausgewogenen Portfolios relativ gut abgeschnitten. Als mittelfristige Gewinn-Prognose nannte die Münchener Rück 18 Euro pro Aktie im Jahr 2010.

Konzern-Chef Nikolaus von Bomhard betonte, dass sich aus der aktuellen schwierigen Lage auch Gelegenheiten für die Münchener Rück ergäben, da diese "ihr Pulver trocken gehalten" und nun Möglichkeiten habe, die anderen Mitbewerbern nicht zur Verfügung stünden. Große Zukäufe seien aber nicht zu erwarten, erklärte er. Die Preise seien derzeit zu hoch.

Auch Rückversicherungsvorstand Torsten Jeworrek gewann dem schwierigen Umfeld eine positive Seite ab. Es werde die anderen Marktteilnehmer möglicherweise dazu bringen, stärker auf Profitabilität zu achten, so dass die in letzter Zeit gesunkenen Prämien wieder anziehen könnten.

Das Rückversicherungsgeschäft erreichte im ersten Halbjahr zwar ein operatives Plus von 6,2 Prozent auf 2,57 Mrd. Euro, dieser Wert enthält aber eine Sonderdividende der Erstversicherungstochter Ergo für 2007 in Höhe von 947 Mio. Euro. Bei der Erstversicherungstochter selbst liefen die Geschäfte schwächer. Ihr operatives Ergebnis sank im ersten Halbjahr um 12,8 Prozent auf 532 Mio. Euro. (APA/AP)

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