Reaktionen: MOL sieht eigene Position bestätigt

6. August 2008, 14:29
4 Postings

Während sich die MOL durch den OMV-Rückzug bestätigt fühlt, verteidigt die EU-Kommission die strenge Prüfung des Deals

Budapest/Wien - Die MOL-Führung sieht durch die Bekanntgabe der OMV, die geplante Übernahme des ungarischen Mitbewerbers aufzugeben, ihre ablehnende Haltung gegen eine Fusion von OMV und MOL bestätigt. Ein Zusammenschluss von der beiden Unternehmen wäre wettbewerbsrechtlich bedenklich und würde für die Aktionäre Werte vernichten, hatte das MOL-Management immer wieder betont.

Was die bestehende OMV-Beteiligung an der MOL in Höhe von 20,2 Prozent angeht, werde man die Möglichkeiten im Zusammenhang damit nun prüfen, heißt es laut MTI aus Budapest. OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer sagte heute, dass er derzeit nicht über einen Verkauf der MOL-Beteiligung nachdenke, er ihn aber nicht für immer ausschließe.

EU-Kommission: Müssen Verbraucher und Industrie schützen

 

 


Die EU-Kommission hat den überraschenden Rückzug bestätigt und die strenge Prüfung des Deals verteidigt. "In diesem Fall wie in anderen musste die Kommission sicherstellen, dass die vorgeschlagene Übernahme keinen Nachteil für die Verbraucher und die Industrie bringt, insbesondere durch höhere Preise", sagte ein Sprecher der Kommission in Brüssel. Dies sei in einer Phase weltweit steigender Ölpreise besonders wichtig.

An welchen Auflagen der Deal konkret gescheitert sei, wollte der Sprecher nicht ausführen. Durch die Übernahme der MOL wären jedenfalls die einzigen beiden integrierten Öl- und Gaskonzerne in Österreich, Ungarn und der Slowakei zusammengeführt und damit auch die einzigen drei Raffinerien dieser Ländern, sagte er. Laut früheren Informationen soll die Kommission den Verkauf einer Raffinerie verlangt haben.

Die Brüsseler Behörde betonte, dass es bisher nur "informelle" Diskussionen über mögliche Auflagen mit den betroffenen Unternehmen gegeben habe. Anstatt konkrete Angebote zu machen habe die OMV aber entschieden, die Notifizierung zurückzuziehen. Die EU-Kommission wurde ebenso wie die Medien am Mittwochmorgen informiert. (APA)

Share if you care.