Montenegro: Mordanklage gegen sieben Ex-Militärs

6. August 2008, 12:56
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Angehörige der jugoslawischen Streitkräfte sollen 23 albanischen Zivilisten im Kosovo getötet haben

Podgorica/Belgrad - In Montenegro wurden sieben mutmaßliche Kriegsverbrecher festgenommen, ein weiterer soll Medien zufolge noch auf der Flucht sein und dürfte sich in Serbien aufhalten. Die am vergangenen Freitag in Bijelo Polje im Norden Montenegros erhobene Anklage wirft den einstigen Angehörigen der jugoslawischen Streitkräfte die Teilnahme am Mord von 23 kosovarischen Albanern vor.

Albanische Zivilisten, die sich inmitten der NATO-Luftangriffe gegen die damalige Bundesrepublik Jugoslawien auf der Flucht vom Kosovo befanden, wurden am 16. April 1999 in der Ortschaft Kaludjerski Laz unweit der montenegrinischen Kleinstadt Rozaje von Angehörigen der jugoslawischen Streitkräfte ermordet.

Unter den Opfern befanden sich sowohl ein 13-jähriger Bub als auch ein 70-jähriger Mann. Der Mordbefehl wurde laut der Anklage von dem noch flüchtigen Predrag Strugar, dem damaligen Kommandanten der Einheit, erteilt. Sein Vater Pavle Strugar, ein ehemaliger jugoslawischer General, wurde im Juli vom UNO-Kriegsverbrechertribunal zu 7,5 Jahren Haft wegen des Beschusses der kroatischen Adria-Stadt Dubrovnik im Dezember 1991 verurteilt. (APA)

 

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