Urlaubsbeschwerden nehmen zu

6. August 2008, 13:04
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Die meisten Probleme gibt es mit der Unterkunft. Am häufigsten sind die Länder Türkei, Griechenland und Ägypten Anlass zur Beschwerde

Wien - Schimmel an der Wand, Baustelle statt Meerblick und Lärm: Den meisten Ärger im Urlaub hat es auch in diesem Jahr mit dem Quartier gegeben, gefolgt von Problemen mit dem Flug. Das ergab eine erste Analyse von Urlaubsbeschwerden der Arbeiterkammer (AK). Die Anfragen haben die am häufigsten gebuchten Länder Türkei, Griechenland und Ägypten betroffen. Die AK rät: Mängel sofort nach
der Rückkehr beim Reiseveranstalter geltend zu machen, sofern diese nicht gleich am Urlaubsort behoben worden sind.

Mängel bei der Unterbringung

Die AK analysierte die ersten 183 Beschwerden von Ex-Urlaubern im Zeitraum von Mitte Juni bis Mitte Juli. Mit 43 Prozent nahm die mangelhafte Hotelunterbringung Platz eins der Ärgernisse ein. Klagen gab es hauptsächlich über ungepflegte, abgewohnte oder verschmutzte Hotels oder Zimmer. Lärm belastete heuer doppelt so viele Urlauber wie 2007 (neun Prozent). Zusätzlicher Aufreger: Dass überbucht war, erfuhren die Urlauber erst am Urlaubsort. Die Reiseveranstalter hingegen wussten oft schon länger darüber Bescheid.

Sofort vor Ort zu reklamieren ist, laut Arbeiterkammerumfrage, nicht unbedingt die beste Lösung, da alternativ angebotene Hotelzimmer manchmal noch schlimmer waren, als die ursprünglichen Zimmer.

Rund acht Prozent ärgerten sich darüber, dass Verpflegung, Freizeitangebot oder Meer und Strand nicht dem entsprachen, was in den Urlaubsprospekten angeboten worden war.

Überbuchte Flüge

Fast ein Drittel der Beschwerden (28 Prozent) betraf die Flüge: Diese waren häufig überbucht, wurden annulliert, zusammengelegt oder gestrichen. Verspätungen, Verlegung des Abflugortes, z.B. von Wien nach Linz, beschädigte Koffer etc. sorgten für zusätzlichen Ärger.

Die meisten Anfragen betrafen die Reiseveranstalter Tui/Gulet (22 Prozent), Thomas Cook/Neckermann (neun Prozent), First Choice/Delphin (acht Prozent), was auch daran liegen mag, dass sie zu den größten Anbietern zählen.

Gut jeder Zehnte war unsicher über die Zulässigkeit und Höhe von Stornogebühr, einige waren auch unsicher über den Versicherungsschutz der Reisestornoversicherung. Für Ärger sorgte auch eine Reise, die kurzfristig aufgrund mangelnder Teilnehmerzahl abgesagt wurde, nachträgliche Preiserhöhungen vermieste ebenfalls einigen Reisenden die Urlaubsfreude.

Schnell handeln

Die Konsumentenschützer raten verärgerten Urlaubern, sofort nach der Rückkehr ihre Ansprüche mit einem eingeschriebenen Brief gegen den Reiseveranstalter geltend zu machen. Ein Musterbrief ist etwa auf der AK Homepage abrufbar. Grundsätzlich solle man sich nicht mit Gutscheinen abspeisen lassen, eine Preisminderung ist in bar auszuzahlen. Auch ein Schadenersatz für entgangene Urlaubsfreude ist unter Umständen möglich. Voraussetzung: erhebliche vom Reiseveranstalter verschuldete Mängel. Reisemängel sollte man generell immer gleich an Ort und Stelle beanstanden. Wichtig sei auch die Beweissicherung mit Fotos, Zeugen oder Videos. (APA/red)

Informationen
Arbeiterkammer

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    Während der schönsten Zeit im Jahr will man vor allem entspannen, sich erholen und neue Kraft tanken. Leider ist der Urlaub manchmal alles andere als erholsam.

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