Chile: Elfjähriger Chirurgensohn operierte Patientin - Bleibende Schäden

6. August 2008, 12:32
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Der Arzt habe seinem Sohn gesagt: "Pass auf mit dieser Vene, denn wenn du sie verletzt, habe ich die doppelte Arbeit"

Santiago de Chile - In Chile hat ein Elfjähriger die Operation einer Frau übernommen und ihr dabei bleibenden Schaden zugefügt. Bei einer Handoperation im Jahr 2006 habe der aus Ecuador stammende Chirurg Olmedo Valencia seinen damals elfjährigen Sohn den Großteil des Eingriffs ausführen lassen. Die Patientin Myriam Briceño hat dann Beschwerde eingereicht, weil sie seit der Operation ihre rechte Hand nicht mehr bewegen kann.

Bei der Operation waren laut Untersuchungsbericht auch ein Assistent und eine Krankenschwester anwesend. Sie schritten jedoch nicht ein, sondern hätten sich wie "Beobachter" verhalten.Der Arzt habe seinem Sohn gesagt: "Pass auf mit dieser Vene, denn wenn du sie verletzt, habe ich die doppelte Arbeit", führte die Anwältin aus. Der Chirurg verhinderte jedoch nicht, dass sein Sohn bei dem Eingriff eine Sehne durchtrennte und Briceños Hand damit für immer bewegungsunfähig machte.

"Der Bub war derjenige, der die Patientin betäubt hat. Der Arzt hat nur den ersten Schnitt gemacht, das Kind hat dann das Gewebe separiert und geschnitten", erklärte Briceños Anwältin Yenny Aliaga der Zeitung "La Segunda".Die chilenische Gesundheitsministerin María Soledad Barría forderte eine umfassende Untersuchung. (APA)

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